Aus der Max-Planck-Förderstiftung: Geschäftsbericht 2019 und Ausblick

HERZLICHEN DANK fĂĽr 2019

Private Förderung ermöglichte im vergangenen Jahr 23 MPG-Forschungsprojekte mit insgesamt 2,3 Mio. € aus Spenden und Kapitalerträgen. Für weitere 18 Mio. € wurden Investitionen für die Forschung (vor allem im Life Science-Bereich) verbindlich unterzeichnet und es begannen die Vorbereitungsarbeiten für weitere Investitionen von mindestens 30 Mio. € in den nächsten Jahren (vor allem zur Unterbringung junger Forscher). 

Im Auftrag ihrer Förderer kĂĽmmert sich die Max-Planck-Förderstiftung laufend um deren Stiftungen und Familien – immer individuell und persönlich, auch im Alltag.

Für weitere Informationen finden Sie hier unseren Geschäftsbericht 2019.

Die MPF-Kapitalanlagen entwickelten sich positiv, 2019 mit + 7.8% (vorbehaltlich Abschlussprüfung) und in den 15 Monaten 2019/Q1 2020 im Saldo immerhin noch mit + 2% (bei vorläufig 87% der Berichtsdaten). Das Vermögen zum 31.03.2020 berichtet einen Wert von‎ 487.8 Mio. €; mit einem pauschalen Sicherheitsabschlag für künftige Risiken von 20% wären es noch 390 Mio. €. Das Jahr 2020 ist besonders schwer abzusehen. Immerhin federt die breite Diversifikation die Ausschläge an den Kapitalmärkten bisher besser ab als ein konzentrierteres Portfolio: weniger Anstieg 2019 und weniger Rückgang Q1 2020. MPF stellt also weiterhin freie private Mittel für MPG bereit.

Möchten auch Sie Wettbewerbsfähigkeit, Freiheit und Erfolg der Forschung in der Max-Planck-Gesellschaft für Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen? Sprechen Sie uns an!

Bild: © Max-Planck-Gesellschaft

Essay: Globales Atmen

Wie verändert die Corona-Krise unser Verhalten?

Die Corona-Pandemie verändert unseren Blick auf die Welt. Betrachtet man, wie sich einzelne Menschen oder auch verschiedene Gesellschaften in der Krise verhalten, treten plötzlich erstaunliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zutage. Peter van der Veer, Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen, befasst sich seit langem mit asiatischen Kulturen. In seinem Essay vergleicht er, wie man in Asien und in der westlichen Welt mit Gesichtsmasken, Toilettenpapier und der Angst vor dem Tod umgeht.

Lesen Sie hier die gekĂĽrzte deutsche Version und die komplette englische Version des spannenden Essays von Peter van der Veer.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützte am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen die Forschungsarbeit von Ayelet Shachar.

Bild: © die drehen | benjamin klingebiel

Vortrag: Corona und wir

Wie geht es weiter?

Stefan Kaufmann forscht am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin an einem Impfstoff, der gegen Covid-19 helfen könnte und baut dabei auf Erkenntnissen aus der Tuberkulose-Forschung auf.

Hier, in seinem aktuellen Vortrag, berichtet er über den derzeitigen Stand der Impfstoffentwicklung und eröffnet Perspektiven auf ein Leben nach Corona.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützt am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie die Forschung von Emmanuelle Charpentier, Direktorin der Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene und Entwicklerin der Crispr/Cas9-Methode („Gen-Schere“).

Bild: © Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie / David Ausserhofer

Aus der Max-Planck-Forschung: Mit Self-Nudging gegen den inneren Schweinehund

Wie eine verhaltenswissenschaftliche Methode zu mehr Selbstkontrolle verhelfen kann

Der Alltag in Selbstisolation aufgrund der aktuellen Coranavirus-Pandemie stellt den Einzelnen vor die Herausforderung, das eigene Leben neu zu strukturieren. Da fällt es oft schwer, gewissen Verlockungen zu widerstehen – auch wenn wir wissen, dass sie eigentlich nicht gut für uns sind. Dabei können wir unsere Selbstkontrolle stärken, indem wir unsere Umgebung nur etwas verändern. Wie das funktionieren kann, stellen Ralph Hertwig, Direktor des Forschungsbereichs Adaptive Rationalität am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, und Samuli Reijula, Philosoph an der Universität Helsinki hier im Journal Behavioural Public Policy vor. Mit dem sogenannten Self-Nudging könne jeder seine unmittelbare Umgebung so verändern, dass gewünschte Entscheidungen leichter fallen, so die Autoren.

Lesen Sie hier mehr zu Self-Nudging und ĂĽberlisten Sie Ihren inneren Schweinehund!

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützte die Forschung von Ralph Hertwig am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin.

Bild: © Glenn Carstens Peters / Unsplash

Online-Studie: Dundun – die sprechende Trommel

Eine außergewöhnliche Umfrage

Kennen Sie die „Dundun-Trommel“?

Lernen Sie dieses ganz spezielle „sprechende“ Instrument  hier kennen und unterstützen Sie mit Ihrer Teilnahme bei der Online-Studie Forschung des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main!

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützte an diesem Institut die Forschungsarbeit von David Poeppel.

Bild: © Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik

Sonderausgabe: MaxPlanckForschung Spezial 2020

50 Jahre „Max-Planck-Innovation“

Max-Planck-Innovation bildet seit 1970 das Bindeglied zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Die Technologietransfer-Organisation der Max-Planck-Gesellschaft unterstützt Forschende bei der Einschätzung des Potenzials einer Erfindung und bei der Anmeldung von Patenten. Darüber hinaus vermarktet sie Patente, Technologien und Know-how an die Industrie und steht GründerInnen beim Aufbau von Unternehmen zur Seite, die Forschungsergebnisse aus der Max-Planck-Gesellschaft in Produkte und Dienstleistungen umsetzen.

Max-Planck-Innovation steht daher im Fokus der aktuellen MaxPlanckForschung Spezial, zu deren Erfolgsgeschichte u.a. die Entwicklung der beiden bahnbrechenden Krebsmedikamente Herceptin und Sutent unter der Leitung von Axel Ullrich am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried und eines Fluoreszenzmikroskops mit der derzeit besten Auflösung von einem Team um Stefan Hell am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen gehören. Die Forschung beider Wissenschaftler wurde von der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt.

Lesen Sie außerdem ein spannendes Interview mit Bert Klebl, dem Geschäftsführer des 2008 gegründeten Lead Discovery Centers, an dem aktuell parallel fünf Ansätze zur Entwicklung von Wirk- und Impfstoffen gegen das SARS Coronavirus (CoV-2) verfolgt werden (siehe Bericht Newsletter 05/2020).

Das LDC wird von Beginn an von Förderern der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt. Seit Ende 2019 wird das LDC durch den KHAN-Fonds mitfinanziert, in dem neben der Max-Planck-Förderstiftung als Ankerinvestor auch der Europäische Investitionsfonds und die Austria Wirtschaftsservice GmbH investiert sind.

Das komplette Heft zum Download finden Sie hier.

Bild: © Max-Planck-Gesellschaft

Projektförderung: Corona-Programme am Lead Discovery Center

Entwicklung von Wirk- und Impfstoffen gegen CoV-2

Der Technologietransfer-Fonds KHAN-I, der 2019 mit Mitteln der Max-Planck-Förderstiftung, des Europäischen Investitionsfonds und der Austria Wirtschaftsservice GmbH ins Leben gerufen wurde, unterstützt aktuell am Lead Discovery Center (LDC) ein mehrsträngiges Programm zur Entwicklung von Wirk- und Impfstoffen gegen das SARS Coronavirus (CoV-2). Insgesamt werden parallel fünf Ansätze verfolgt. Zwei davon könnten im Erfolgsfall bereits zur Bekämpfung der aktuellen Corona-Pandemie beitragen. Die übrigen haben einen Entwicklungshorizont von mehreren Jahren.

Das LDC wird von Beginn an von Förderern der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt.

Detaillierte Informationen zu dem Entwicklungsprogramm, den einzelnen Ansätzen, KHAN-I und dem LDC finden Sie hier.

Für die Durchführung des CoV-2-Programms wird ein Budget von mehreren Millionen Euro benötigt.

Sie möchten das Programm oder ein Teilprojekt unterstützen?

Sprechen Sie uns an!

Bild: © Lead Discovery Center

Interview: „Wir wollen nicht nur auf der Couch sitzen”

Projekt „Crowdfight Covid19″

Daniel Calovi ist Postdoktorand am Max-Planck-Institut fĂĽr Verhaltensbiologie in Radolfzell/Konstanz in der Abteilung „Collective Behaviour“ von Iain Couzin und MitbegrĂĽnder des Projekts “Crowdfight Covid19”. Die Initiative hat zum Ziel, Freiwillige, die Hilfe anbieten, mit Forschenden zusammenzubringen, die an Covid19 forschen und UnterstĂĽtzung benötigen. Die MitgrĂĽnder sind Sara Arganda Carreras von der Universität Madrid und Alfonso PĂ©rez Escudero vom Center for Integrative Biology, CNRS, in Toulouse.

Lesen Sie hier in einem Interview mit Daniel Calovi mehr zu diesem ganz besonderen Projekt.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützt die Forschungsarbeit von Iain Couzin in Radolfzell/Konstanz.

Bild: © Centre for the Advanced Study of Collective Behaviour, University of Konstanz

Aus der Max-Planck-Forschung: Beiträge aus der Max-Planck-Gesellschaft zur Corona-Forschung

Aktuelle Forschungen und Prognosen von Max-Planck-Wissenschaftlern zur Corona-Pandemie

Die aktuelle Corona-Krise stellt die Gesellschaft und Staaten weltweit vor enorme Herausforderungen. Welchen Beitrag kann die Wissenschaft zur Bewältigung dieser Krise leisten?

Hier auf der Corona-Themenseite der Max-Planck-Gesellschaft, finden Sie alle Beiträge aus verschiedensten Forschungsfeldern der Max-Planck-Institute zusammengefasst.

So entwickelt  z.B. ein internationales Team, zu dem auch Forscher der Max-Planck-Institute für intelligente Systeme in Stuttgart und für Softwaresysteme in Saarbrücken gehören, ein Modell für die Corona-Eindämmung, das helfen soll, die Wirkung einzelner Maßnahmen besser zu bewerten und vorherzusagen; Forscher am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen haben teilweise ihre Labore umgerüstet und können nun menschliche Proben auf das Corona-Virus untersuchen; Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie in Berlin haben ein Modell menschlicher Lungenbläschen entwickelt, an dem sie Wirkstoffe gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 untersuchen können.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützt(e) an oben genannten Max-Planck-Instituten die Forschung von Katherine Kuchenbecker (Stuttgart), Joel Ouaknine (Saarbrücken), Klaus-Armin Nave (Göttingen) und Emanuelle Charpentier (Berlin).

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützt(e) die Forschungsarbeit aber auch an vielen weiteren Max-Planck-Instituten, die aktuell an der „Corona-Forschung“ beteiligt sind.

Bild: © Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS

Aus der Max-Planck-Forschung: Das Buch des Lebens lesen und verstehen

20 Jahre Humangenomprojekt – wo steht die Forschung heute?

A, C, G und T – das menschliche Erbgut besteht aus nur vier verschiedenen Bausteinen. 3,2 Milliarden Paare dieser DNA-Basen reihen sich dabei aneinander und enthalten in ihrer Abfolge die genetische Information. Vor genau 20 Jahren gelang es in einem groĂźangelegten Projekt, die Sequenz des humanen Genoms zu entschlĂĽsseln. Mit der EntschlĂĽsselung waren die Hoffnungen verbunden, die Lebensverhältnisse des Menschen entscheidend zu verbessern.

Lesen Sie hier in einem Gespräch mit den Max-Planck-Forschern Gene Myers (Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden) und Hans Lehrach (Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin), inwieweit sich diese Hoffnungen erfüllt haben und vor welchen Herausforderungen die Genomforschung derzeit steht.

Ein privater Förderer der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt die Forschung von Gene Myers in Dresden.

Und auch am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin wurden bereits diverse Forschungsarbeiten mithilfe der Max-Planck-Förderstiftung ermöglicht, z.B. die Arbeit von Stefan Mundlos zur Erforschung genetischer Ursachen seltener Erkrankungen bei Kindern.

Bild: © shutterstock