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Zur Tradition geworden
Storz-Wandertag
Im Gedenken an Dr. Helmut Storz (1925–2023) und seine Frau Marianne Storz (1935–2024) begeben wir uns jedes Jahr auf den „Storz-Wandertag".
Dieses Jahr besuchte das Team der Förderstiftung das Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz an seinem Standort Seewiesen, dessen Forschung unsere Fördernden bereits mehrfach unterstützt haben.
Sabine Spehn, Leiterin der Kommunikation, begleitete uns zu verschiedenen Stationen auf dem riesigen Gelände – die große Hitze tat ihrer auf uns überspringenden Begeisterung für die dortige Wissenschaft dabei keinen Abbruch.

Verhaltensbiologie
Dialekte im Vogelgesang
Stefan Leitner, Leiter des Tierhauses, erforscht am Standort Seewiesen die Verhaltensbiologie und Neuroendokrinologie von Vögeln, also die Wechselwirkungen zwischen dem Nervensystem und dem Hormonsystem. Sein Fokus liegt auf der Steuerung des Brutverhaltens, dem Gesangslernen bei Singvögeln sowie geografischen Unterschieden im Gesangsverhalten. Besonders interessant war von ihm zu hören, wie sich Dialekte und Unterschiede im Gesang zwischen verschiedenen Populationen (wie beim Kanarengirlitz) durch soziales Lernen herausbilden und erhalten. Seinem Open-Air-Vortrag an einem wunderbar schattigen Platz folgte noch ein beeindruckender Besuch in der Voliere, wo wir dann auch dieses kleine Kanarienvogel-Küken (siehe Foto) zu Gesicht bekamen.
Für Freilandforscher Stefan Leitner ist einer der großen Vorteile, Forscher bei MAX PLANCK zu sein, die langfristig mögliche Grundlagenforschung zu einem Thema. In seinem konkreten Fall: nach dreißig Jahren noch einmal auf die gleiche Insel der Azoren zu reisen, um zu erforschen ob und, wenn ja, wie sich der Gesang der Kanariengirlitze über die Zeit verändert hat.

Hautnah
Vögel im Windkanal
Weiter ging es in den Windkanal, wie es ihn für die Forschung sonst nur in Lund und in Ontario gibt. Claudia Ramenda, Technische Assistentin und Personalchefin der Tierpfleger*innen, nahm sich viel Zeit und ließ für uns Zebrafinken und Wellensittiche fliegen. Spannend zu sehen, wie und worauf die Tiere während ihres Flugs reagieren – auf einen projizierten grünen Hügel mit Baum zuzufliegen, bereitet den Vögeln deutlich mehr Freude, als zu fliegen, wenn kein Foto projiziert ist.
Seewiesen ist der Ort, an dem Nobelpreisträger Konrad Lorenz als Direktor am damaligen Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie mit seinen berühmten Graugänsen die Verhaltensforschung prägte. Zum See dieser Forschung führte uns Sabine Spehn ebenfalls – was bei manchen von uns Erinnerungen an den Biologieunterricht ihrer Schulzeit hervorriefen.
Ein herzliches Dankeschön an Sabine Spehn und an alle in Seewiesen, die sich für uns Zeit genommen haben. Und in Dankbarkeit für ihr Vertrauen in Max-Planck-Wissenschaft und ihre Großzügigkeit denken wir an unser Stifterehepaar Helmut und Marianne Storz.