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My Science and Me

Ein Nasenbär ernährt sich von Palmfrüchten in einem Sekundärwald in Panama. Landlebende Säugetiere verbreiten die meisten Pflanzenarten in den Regenwäldern Süd- und Mittelamerikas.

In der Rubrik „My Science and Me“ lässt die Max-Planck-Gesellschaft ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Antwort darauf geben, was sie an Forschung fasziniert. Wir stellen Ihnen die Personen aus dieser Reihe vor, deren Arbeit wir dank privater Engagierter unterstützen bzw. unterstützten. Diesmal Emily Grout, Post-Doc am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie, Konstanz.

Emily Grout vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie

Wie schaffen es Nasenbären, sich in den Wäldern nicht zu verlieren?

"In den tropischen Wäldern Panamas erforsche ich das Sozialverhalten von wilden Weißstamm-Nasenbären. Vor allem weibliche Nasenbären sind sehr sozial. Sie leben mit ihren Jungen in Gruppen, während die Männchen allein unterwegs sind. Wenn ich ihnen im Wald folge, haben sie die Fähigkeit, sich plötzlich vor meinen Augen in Luft aufzulösen. Manchmal wünschte ich, ich wäre so klein wie sie und könnte ihnen genauso schnell durch die dichte Vegetation folgen.

Wälder wie diese sind dynamisch, komplex und voller Leben - perfekt, um Fragen zum Verhalten von Tieren zu stellen und zu untersuchen, wie Gruppen in einer sich ständig verändernden Umgebung zusammenbleiben. Ich bin besonders neugierig darauf, wie sich die Nasenbären einer Gruppe mit Rufen darüber verständigen, wohin sie gehen - ein wichtiger Einblick in die Evolution der Kommunikation bei sozialen Arten. 

Um das Sozialverhalten dieser Tiere untersuchen zu können, statten wir die Gruppenmitglieder mit winzigen Audiorekordern an GPS-Halsbändern aus, damit wir ihre Bewegungen und Rufe gleichzeitig verfolgen können. Anhand dieser Daten fanden wir heraus, dass sich Nasenbärengruppen oft trennen und wieder zusammenschließen, und spezielle Rufe verwenden, um ihre Gruppe im dichten Unterholz zusammenzuhalten."