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Klare Perspektiven
Grundlagenforschung
Sara Wickström gehört zu den Wegbereiterinnen der Mechanobiologie des Zellkerns. Das junge Forschungsfeld geht einer scheinbar einfachen Frage nach: Wie spüren Zellen, welche Kräfte auf sie wirken? Die Ärztin und Zellbiologin hat gezeigt, dass Zug, Druck und Dehnung bis in den Zellkern vordringen. Dort liegt das Erbgut, eng um Proteine gewickelt und dicht verpackt im sogenannten Chromatin, einer Art Archiv der Erbinformation. Mechanische Kräfte ordnen dieses Archiv um. Sie lockern die Verpackung oder verdichten sie und bestimmen so mit, welche Gene abgelesen werden. Das entscheidet darüber, wie Zellen sich entwickeln, wie Gewebe sich erneuert und wie der Körper auf Krankheiten reagiert. Gut erklärt in diesem YouTube-Video der Körber-Stiftung.
Darin sagt Sara Wickström: „Mein Ziel ist es, grundlegende Erkenntnisse zu gewinnen, die für unsere Gesundheit relevant sind, und die nächste Generation von Forschenden auszubilden.“
Sara Wickströms Erkenntnisse zeigen neue Wege für die Behandlung von Krebs, vernarbten Organen und anderen Erkrankungen des Alters auf. Mit dem Körber-Preis will sie nun einer weiteren Frage nachgehen: Erinnern sich Zellen an Verletzungen und mechanische Belastungen? Und lässt sich dieses „Gedächtnis“ künftig gezielt beeinflussen, um Krankheiten zu behandeln? Sara Wickström sagt jedenfalls im Video: „Ich möchte nichts Konkretes vorhersagen aber mit Diagnosen, die auf Markern basieren, die wir entwickeln, könnten wir Krankheiten früher erkennen und behandeln.“

Förderung seit 2010
Die Max und Ingeburg Herz Stiftung förderte drei Paul-G.-Unna-Forschungsgruppen, darunter die ab 2010 für acht Jahre von Sara Wickström geleitete und mit drei Millionen Euro unterstützte Gruppe zur Erforschung der vielfältigen Funktionen der Haut als Barriere zwischen Körper und Außenwelt. Benannt sind die Gruppen nach dem Begründer der modernen Dermatologie, der als Wissenschaftler frei und unentgeltlich mit dem Apotheker Paul Beiersdorf – Firmengründer der Beiersdorf AG – zusammenarbeitete.
Der Körber-Preis kann als wichtiger Wegweiser zum Nobelpreis gesehen werden – acht frühere Preisträger erhielten später die höchste internationale Auszeichnung für wissenschaftliche Leistungen ihres Fachs. Drei davon waren die durch die Max-Planck-Förderstiftung unterstützten Forscher Klaus Hasselmann, Stefan Hell und Svante Pääbo.
Der großzügigen Fördererfamilie Herz danken wir sehr herzlich für den geleisteten Anschub für bahnbrechende Max-Planck-Forschung!
Allen Anwesenden der Max-Planck-Förderstiftungsfamilie danke für ihr Kommen. Im Bild v. l.n.r. Stiftungsrat Reinhard Pöllath, Kuratorin Ulrike v. Sobbe, Sara Wickström, Förderer Jürgen Jencquel und Dr. Arno Mahlert, seine Frau begleitend, unsere Kuratorin.
Fotos in der Bildergalerie: Körber-Preis/Marcus Gloger und Körber-Preis/David Ausserhofer



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