News

Körber-Preis für Sara Wickström

Körber-Preis für Sara Wickström
Wolfgang Herz und Präsident Cramer mit Sara Wickström

Klare Perspektiven

Grundlagenforschung

Sara Wickström gehört zu den Wegbereiterinnen der Mechanobiologie des Zellkerns. Das junge Forschungsfeld geht einer scheinbar einfachen Frage nach: Wie spüren Zellen, welche Kräfte auf sie wirken? Die Ärztin und Zellbiologin hat gezeigt, dass Zug, Druck und Dehnung bis in den Zellkern vordringen. Dort liegt das Erbgut, eng um Proteine gewickelt und dicht ver­packt im sogenannten Chromatin, einer Art Archiv der Erbinformation. Mechanische Kräfte ordnen dieses Archiv um. Sie lockern die Ver­packung oder verdichten sie und bestimmen so mit, welche Gene abgelesen werden. Das entscheidet darüber, wie Zellen sich entwickeln, wie Gewebe sich erneuert und wie der Körper auf Krankheiten reagiert. Gut erklärt in diesem YouTube-Video der Körber-Stiftung.

Darin sagt Sara Wickström: „Mein Ziel ist es, grund­legende Erkenntnisse zu gewinnen, die für unsere Gesundheit relevant sind, und die nächste Generation von Forschenden auszubilden.“ 

 Preisgeld für weitere Forschung  

Sara Wickströms Erkenntnisse zeigen neue Wege für die Be­handlung von Krebs, vernarbten Organen und anderen Erkrankungen des Alters auf. Mit dem Körber-Preis will sie nun einer weiteren Frage nachgehen: Erinnern sich Zellen an Verletzungen und mechanische Belastungen? Und lässt sich dieses „Gedächtnis“ künftig gezielt beeinflussen, um Krank­heiten zu behandeln? Sara Wickström sagt jedenfalls im Video: „Ich möchte nichts Konkretes vorhersagen aber mit Dia­gnosen, die auf Markern basieren, die wir entwickeln, könnten wir Krankheiten früher erkennen und behandeln.“ 

Stiftungsrat Reinhard Pöllath, Kuratorin Ulrike v. Sobbe mit Mann Dr. Arno Mahlert (ganz rechts), Preisträgerin Sara Wickström, Förderer Jürgen Jencquel

Förderung seit 2010

Die Max und Ingeburg Herz Stiftung förderte drei Paul-G.-Unna-For­schungs­­­gruppen, darunter die ab 2010 für acht Jahre von Sara Wickström geleitete und mit drei Millionen Euro unterstützte Gruppe zur Er­forschung der vielfältigen Funk­tio­nen der Haut als Barriere zwischen Körper und Außenwelt. Benannt sind die Grup­pen nach dem Begründer der modernen Derma­tologie, der als Wissenschaftler frei und unentgeltlich mit dem Apotheker Paul Beiersdorf – Firmengründer der Beiersdorf AG – zusammenarbeitete. 

Der Körber-Preis kann als wichtiger Weg­weiser zum Nobelpreis gesehen werden – acht frühere Preisträger erhielten später die höchste internationale Auszeichnung für wissen­schaftliche Leistungen ihres Fachs. Drei davon waren die durch die Max-Planck-Förder­stiftung unterstützten Forscher Klaus Hasselmann, Stefan Hell und Svante Pääbo.  

Der großzügigen Fördererfamilie Herz danken wir sehr herzlich für den geleisteten Anschub für bahnbrechende Max-Planck-Forschung!

Allen Anwesenden der Max-Planck-Förder­stiftungsfamilie danke für ihr Kommen. Im Bild v. l.n.r. Stiftungsrat Reinhard Pöllath, Kuratorin Ulrike v. Sobbe, Sara Wick­ström, Förderer Jürgen Jencquel und Dr. Arno Mahlert, seine Frau begleitend, unsere Kuratorin.

Fotos in der Bildergalerie: Körber-Preis/Marcus Gloger und Körber-Preis/David Ausserhofer