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My Science and Me

Martin Wikelski

In der Rubrik „My Science and Me“ lässt die Max-Planck-Gesellschaft ihre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Antwort darauf geben, was sie an Forschung fasziniert. Wir stellen Ihnen die Personen aus dieser Reihe vor, deren Arbeit wir dank privater Engagierter unterstützen bzw. unterstützten.

Diesmal Martin Wikelski, Direktor am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie, Konstanz. Seine Arbeit mit Aalen oder Rauchschwalben wurde auch durch die Dr. Gerhard und Irmgard Gross-Stiftung unter unserem Dach mehrfach gefördert.

Martin Wikelski

„Wir mussten neugierigen Verkehrspolizisten viel erklären.“

„Ende der Neunzigerjahre in Illinois Zugvögel zu tracken war für mich eine wunderbare Erfahrung. Wir folgten den Vögeln ab Einbruch der Dunkelheit bis zum Einsetzen der Morgendämmerung. Ständig an ihnen dranzubleiben, allenfalls mal hektisch zu tanken und dann wieder den fiependen Signalen vom Nachthimmel hinterherzuheilen, möglichst ohne einen Strafzettel wegen überhöhter Geschwindigkeit zu kassieren, war ziemlich kräftezehrend. Manchmal mussten wir jedoch ziemlich auf die Tube drücken, um nicht von den Vögeln abgehängt zu werden, was mehr als einmal damit endete, dass wir neugierigen Verkehrspolizisten erklären mussten, was es mit der großen, sich drehenden Antenne auf sich hatte, die aus unserem klapprigen Auto hervorlugte.

Schließlich machten wir uns daran, die Radiotelemetrie entscheidend voranzubringen, um Forschern in Zukunft solche Nächte zu ersparen. Heute müssen wir den Vögeln nicht mehr mit dem Auto hinterher rasen. Mit dem satellitengestützten Beobachtungssystem Icarus können wir die Reisen tausender Vögel und anderer Tiere in Echtzeit rund um den Erdball verfolgen. Die an den Tieren angebrachten Sender übermitteln dabei die Position seines Trägers sowie Daten über seinen Zustand und seine Umwelt. Auf diese Weise lernen wir nicht nur die Wander- und Zugrouten der Tiere kennen, sondern auch den Zustand unserer Erde.“