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Tauchen Sie mit uns ein in die Weiten des Weltalls und zu einem seltenen Einblick in die frühen Stadien der Planetenentstehung. Es gibt Projekte, die eine besondere Faszination ausüben – auch auf uns in der Max-Planck-Förderstiftung. Über ihre Fortschritte berichten wir Ihnen mit großer Freude – nicht nur, weil sie wissenschaftlich herausragend sind, sondern weil sie uns an die Grenzen des Vorstellbaren führen und neue Perspektiven eröffnen.

Sternenhimmel
GRAVITY+ rund um Nobelpreisträger Reinhard Genzel ist so ein Förderprojekt, das wir dank unserer Fördernden schon seit 2020 unterstützen dürfen. Nun ist das Forschungsteam auf einen ungewöhnlichen und faszinierenden Fund gestoßen.
Diese Aufnahmen des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte, ESO, zeigen ein entstehendes Planetensystem um den jungen Stern Wispit 2. Der Stern ist von einer Scheibe aus Gas und Staub umgeben – dem Rohmaterial, aus dem Planeten entstehen und wachsen.
Nobelpreisträger Reinhard Genzel und sein Team am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching haben das Instrument Gravity entwickelt, das mittlerweile in der verbesserten Form als Gravity+ existiert. Es wird am Paranal-Observatorium in Chile betrieben, um die Umgebung des schwarzen Lochs im Zentrum unserer Galaxie zu beobachten. Der Bau des Instruments wurde finanziell unterstützt von Fördernden der Max-Planck-Förderstiftung.
Im jungen Sternsystem Wispit 2 beobachten Forschende derzeit etwas, das nur selten gelingt: die Entstehung neuer Planeten in Echtzeit. Gleich zwei sogenannte Protoplaneten – also Planeten im Werden – konnten dort nachgewiesen werden. Ein solcher Doppelfund ist bislang nur aus einem weiteren System bekannt.

Himmlisches Paar
Der Stern Wispit 2 ist erst etwa fünf Millionen Jahre alt und damit noch von einer dichten Scheibe aus Gas und Staub umgeben – dem Material, aus dem Planeten entstehen. Ein erster junger Gasriese war bereits bekannt. Nun ist es gelungen, einen zweiten Planeten aufzuspüren, der seinem Stern deutlich näher ist und deshalb lange im grellen Licht verborgen blieb.
Ermöglicht wurde diese Entdeckung durch das verbesserte Instrument Gravity+ am Very Large Telescope Interferometer. Mit seiner außergewöhnlichen Präzision kann es selbst schwächste Signale sichtbar machen – auch dann, wenn sie sich in unmittelbarer Nähe eines sehr hellen Sterns befinden.
Das System Wispit 2 bietet damit eine seltene Gelegenheit, die frühe Entwicklung von Planetensystemen direkt zu beobachten. Die gleichzeitige Entstehung mehrerer Planeten deutet darauf hin, dass solche Prozesse nicht nacheinander, sondern parallel ablaufen können – ein Szenario, das auch für die Geschichte unseres eigenen Sonnensystems von Bedeutung ist.
Künftige Beobachtungen mit noch leistungsfähigeren Instrumenten sollen helfen, diese Prozesse weiter zu entschlüsseln und besser zu verstehen, wie aus Gas und Staub neue Welten entstehen.
Faszinierend, was Ihre Förderungen bewirken können, finden Sie nicht?
Glückwünsche an Prof. Genzel und das gesamte Forschungsteam!