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Stärkung der Bonobo-Forschung

Stärkung der Bonoboforschung
Bonobos im Wald

Seit 1990

Stille Verwandtschaft

Bonobos sind neben den Schimpansen unsere nächsten Verwandten. Und sie sind die stillere, weit weniger erforschte Art. Bei ihnen haben die Weibchen das Sagen, Streit wird eher geschlichtet als ausgefochten, und der Zusammenhalt zählt mehr als die Kraft des Einzelnen. Über ihre Ernährung, ihre Wanderungen und ihre Fortpflanzung ist bis heute erstaunlich wenig bekannt. Beobachten lassen sie sich nur an einem Ort der Welt: im Regenwald des Kongobeckens.

Genau dort in der Demokratischen Republik Kongo,­ anfangs in Lomako,­ seit 2002 an der Forschungs­station LuiKotale,­ arbeiten Max-Planck-Forschende­ seit 1990 mit Partnern zusammen. Keine andere Bonobo-­Studie in freier Wildbahn geht so weit zurück.

Ein Archiv aus fast vier Jahrzehnten

Entstanden ist dabei etwas, das sich nicht wiederholen lässt:­ ­Feldnotizbücher, Tonbänder, Schmalfilme,­ Dias, gepresste Pflanzen und Tausende Proben. Dazu Disketten und CDs­ aus den frühen Computerjahren.

Was in dieser Zeit zusammenkam –­ die Beobachtung von Hunderten Tieren­ über ihr ganzes Leben hinweg, Messungen zum Zustand des Waldes­ und die weltweit größte Sammlung von Proben freilebender Bonobos –, ist in seiner Dichte und Dauer einzigartig. Nur liegt dieser Schatz heute verstreut und auf unterschiedlichsten Speichermedien. Dies soll sich nun ändern.

Bonobo im Wald

Neues Förderprojekt

Weitreichender Nutzen

Mit rund 960.000 Euro­ fördern wir bis Mai 2030­ ein Vorhaben, das das vielseitige gesammelte Material zusammenführt:­ ­es wird gesichert, digitalisiert­ und in einer Datenbank geordnet, die auch in Jahr­zehnten noch nutzbar ist.­ ­Die wissenschaftli­che Leitung liegt bei ­Prof. Dr. Barbara Fruth am Max-Planck-Institut für Verhaltens­biologie.

Der Nutzen reicht weit über die Bonobo-Forschung hinaus.­ ­Wer verstehen will, wie sich einer der größten Regenwälder der Erde verändert hat,­ ­durch das Klima und durch uns Menschen,­ findet in dieser Sammlung Antworten,­ die kein Satellitenbild liefern kann.­ ­Künftige Generationen­ von Forschenden­ arbeiten damit weiter, das Archiv ist die Grundlage für neue­ Erkenntnisse zu Evolution, Biodiversität, Klimawandel und Naturschutz.

Bonobos halten ihre Gemeinschaft über Jahrzehnte zusammen.­ Dieses Archiv braucht dieselbe Ausdauer –­ und Menschen, die sie ermöglichen. ­Wenn auch Sie diese Forschung unterstützen möchten,­ melden Sie sich gerne bei uns: foerdern@maxplanckfoundation.org