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Neuer Stiftungsfonds zur Erinnerung an Hans Schüssler

Hans Schüssler
Hans und Zohreh

Bleibendes

Ein neuer Stiftungsfonds wurde zum 5. Juli 2026 errichtet:­ der Drs. Hans and Zohreh Schuessler Memorial Fund.­ Zustande gekommen ist er durch die Vermittlung von Theodor Hänsch,­ ­Nobelpreisträger für Physik und langjähriger ­Weggefährte von Hans Schüssler.­ Aus den Erträgen des Fonds plant Schüsslers Witwe Dr. Zohreh Schüssler­ die jährliche Finanzierung einer Lecture am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ)­ – ein bleibendes Zeichen der Erinnerung­ an einen Forscher, der dem Institut über mehr als drei Jahrzehnte als Sommergast verbunden war.­

Vom Balkon-Experiment zur Ionenfalle

Hans Schüssler war Pionier der Ionenfallenphysik­ und über nahezu sechs Jahr­zehnte Professo­r­ an der Texas A&M University.­ Seine Kindheit in Mannheim war von den Entbehrungen­ der Kriegsjahre geprägt;­­ nach Kriegsende­ folgte die Berufung in die deutsche Jugend-­­Fußballnational­mannschaft. Sein früh gewecktes Interesse an den Naturwissen­schaften­ zeigte sich bereits in ersten Experimenten auf dem Balkon der Familienwohnung.­ An der Universität Heidelberg,­ wo er ur­sprünglich Mathe­ma­tik­­ studieren wollte, richtete er an den renommierten­ Kernphysiker Hans Kopfer­mann­ die Bitte, ein einzelnes Atom zu beobachten.­ Das Experiment scheiterte zunächst.­ ­Die Begegnung mit Kopfermann aber entschied über seinen weiteren Weg in die Physik.­

Hans Schüssler

Lebenslange Begleitung

Aus dem jugendlichen Wunsch wurde eine wissenschaftliche­ Laufbahn­ mit mehr als 400 Publikationen­ und rund 5.500 Zitationen.­­ Zu Schüsslers Forschungsschwer­punkten­ zählten die Laserspektroskopie,­­ die Online-Spektroskopie­ kurzlebiger Isotope, die Vermessung von Kernmomenten,­­ die Spektroskopie hochgeladener Ionen­ sowie die Untersuchung von Wigner-Kristallen.­ Zu seinen Weggefährten zählte auch Theodor Hänsch,­ dessen Bekanntschaft er bereits vor 60 Jahren­ in Heidelberg gemacht hatte.­ An diese jahrzehntelange Verbindung­ erinnert Theodor Hänsch in seinem Nachruf auf Hans Schüssler im Juli 2025:­­

„Vor 60 Jahren war ich Student an der Universität Heidelberg.­ Damals lernte ich Hans Schüssler als Versuchsleiter­ im physikalischen Fortgeschrittenen­­praktikum kennen. Seitdem haben sich unsere Wege­ immer wieder gekreuzt.­ Am MPQ war er ein stets gern gesehener Gast,­ der als Pionier der Ionenfallen­physik ­wertvolle Rat­schläge zu unseren Experimenten geben konnte­ – und der den Laboralltag mit vielen humorvollen­­ Anekdoten bereicherte.­ Auch nach seinem 90. Geburtstag war Hans,­ unterstützt von seiner Frau Zohreh,­ voller Energie und Enthusiasmus. Manchmal scherzte er, dass in seinem Reich der weltweiten­ Kollaborationen die Sonne nie untergehe.­ Mit seinem klugen Blick, seiner Offenheit für Neues­ und seiner Begeisterung­ für den wissenschaftlichen Nachwuchs­ hat er viele inspiriert. ­
Wir werden ihn vermissen."
— Theodor Hänsch

Auf die Frage nach dem Geheimnis seines erfüllten Lebens antwortete­ Hans Schüssler gern mit einem­ Wortspiel auf seinen eigenen Namen:­ „Ich bin halt ein Hans im Glück – fortunate, wie man so sagt."­ Über das MPQ sagte er:­ „Es ist in jeder Hinsicht eines der weltweit besten Institute.­ Für mich ist es ein wissenschaftliches Paradies."­

Hans und Zohreh

Sein Vermächtnis

Zwei Frauen, ein Glück

Hans Schüssler war zweimal verheiratet.­ Nach dem Tod seiner ersten Frau Renate Schüssler-Laux,­ ­Dozentin für moderne Sprachen­ und Wirtschafts­ingenieurwesen an der Texas A&M,­ folgte 1994 die Begegnung mit Zohreh Schüssler,­ Dozentin für Pflege­­wissenschaften an der Baylor University.­­ Gemeinsam bewirtschafteten die beiden eine Ranch im Brazos Valley mit Emu­- und Rinderzucht und beherbergten 1995 sogar Stephen Hawking als Gast.­ Über seine beiden Frauen sagte Hans Schüssler einmal:­ „Es ist weit besser,­ zwei solche Frauen im Leben zu haben, als einen Nobelpreis zu gewinnen!"­

Hans Schüssler verstarb 2025 im Alter von 92 Jahren.­ Mit dem Drs. Hans and Zohreh Schuessler ­Memorial Fund­ sichert seine Witwe Zohreh­ das Weiterwirken seines Namens und seines Engagements­­ für die Wissenschaft am MPQ:­ Dadurch erfolgt künftig jährlich die Finanzierung einer Lecture­ aus den Erträgen des Fonds.­

Wir sind Zohreh Schüssler sehr dankbar für diese großzügige Zustiftung und freuen uns auf das gemeinsame Wirken­ im Kreis der Max-Planck-Familie.­

Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie mehr über die Möglichkeiten­ eines Stiftungsfonds­ unter dem Dach der Max-Planck-Förderstiftung wissen möchten. foerdern@maxplanckfoundation.org