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Diesmal lesen Sie von Elisabeth Binder. Sie erforscht, in welchem Zusammenspiel Gene und Umweltfaktoren wie Stress die Entstehung psychiatrischer Erkrankungen prägen.
Hier ist die Direktorin am Planck-Institut für Psychiatrie im Rahmen der Reihe „Gastkommentar. Wissenschaft trifft Kunst“ zu sehen.
Expert*innen der Max-Planck-Gesellschaft aus Lebens-, Natur- und Geisteswissenschaften eröffnen dabei individuelle Sichtweisen auf die Werke des Städel Museums.
"In meiner Forschung dreht sich alles um die Frage, wie sich Gene auf die Entwicklung einer psychiatrischen Erkrankung auswirken und welche Rolle Umweltfaktoren wie Stress dabei spielen. Das erforschen wir schon vor der Geburt. In zerebralen Organoiden – das sind dreidimensionale, aus menschlichen Zellen gewonnene Modelle früher Gehirnstrukturen – können wir Stress schon während der Schwangerschaft simulieren und konnten nachweisen, dass das Gehirn schon in dieser frühen Phase anfällig für äußere Einflüsse wie Stress ist.
Dann sehen wir uns in Studien Kinder über lange Zeiträume hinweg an. Erfahren sie in den ersten Lebensjahren Misshandlungen, so kann das epigenetische Markierungen hinterlassen. Ihr Risiko, im späteren Leben eine psychiatrische Erkrankung zu entwickeln, ist dann erhöht. Daran denke ich, wenn ich das Gemälde „Zwei sitzende Kinder“ von Hans von Marées ansehe. Es ist die sensitive Phase des Aufwachsens, die sich positiv oder negativ auf das restliche Leben auswirken kann.
Unser Ziel ist es, Biomarker zu finden, um auf Basis solch biologischer Merkmale zu einer besseren Einteilung psychischer Erkrankungen zu kommen und danach Therapien effektiver ausrichten zu können."
Der Text ist ein Auszug aus einem Vortrag, den Elisabeth Binder im Städel Museum innerhalb der Reihe „Gastkommentar. Wissenschaft trifft Kunst“ gehalten hat. Innerhalb dieser Reihe eröffnen Expertinnen und Experten der Max-Planck-Gesellschaft aus Lebens-, Natur- und Geisteswissenschaften individuelle Sichtweisen auf die Werke des Städel Museums.