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Zwei Grundner-Schreibstipendiatinnen ausgezeichnet
Neue Erkenntnisse
Seit 1978 zeichnet die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) jährlich bis zu 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für herausragende wissenschaftliche Leistungen im Zusammenhang mit ihrer Dissertation aus.
Wir freuen uns sehr, dass in diesem Jahr auch zwei Wissenschaftlerinnen eine Otto-Hahn-Medaille erhielten, denen im Jahr 2024 Fördernde ein Schreibstipendium am Grundner finanzieren konnten: Meike Hettwer (hier mit dem Vizepräsidenten der MPG, Christian Doeller zu sehen) und Joëlle Schroën vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften.
Die eine möchte besser verstehen, warum psychische Erkrankungen sich oft überschneiden und wie besonders anfällige Entwicklungsphasen erkannt werden können. Die andere fasziniert die Fähigkeit des Gehirns, aus Schallwellen innerhalb von Sekundenbruchteilen Wörter und Bedeutungen zu entschlüsseln.
Herzlichen Glückwunsch!
Meike Hettwer untersuchte in ihrer Dissertation, warum bei vielen psychischen Erkrankungen ähnliche Hirnnetzwerke betroffen sind und wann diese besonders anfällig für Veränderungen werden. Dazu kombinierte sie große internationale Datensätze mit Entwicklungsstudien an Jugendlichen. Sie zeigte, dass Hirnveränderungen bei psychischen Erkrankungen nicht zufällig auftreten, sondern mit grundlegenden Eigenschaften der Hirnorganisation zusammenhängen. Außerdem fand sie Unterschiede in der Gehirnentwicklung zwischen belasteten Jugendlichen, die psychisch gesund blieben, und solchen, die Symptome entwickelten. Ihre Forschung liefert neue Erkenntnisse über die räumlichen und zeitlichen Muster psychischer Erkrankungen und könnte helfen, Risikogruppen früher zu erkennen und gezielter zu unterstützen.

Sprachverständnis
Joëlle Schroën beschäftigte sich mit der Frage, wie das Gehirn Sprache versteht. Während klassische Läsionsstudien (bei Hirnschäden) vor allem zeigen, welche Hirnregionen beteiligt sind, wollte sie herausfinden, wann diese Regionen aktiv werden und welche Rolle sie im Verstehensprozess spielen. Dafür kombinierte sie zwei neurowissenschaftliche Methoden, TMS und EEG. Bei der Transkraniellen Magnetstimulation (TMS) wird mit einer Magnetspule auf der Kopfoberfläche ein kurzes Magnetfeld erzeugt. Die Elektroenzephalographie (EEG) misst die elektrische Aktivität des Gehirns über Elektroden auf der Kopfhaut.
Durch die Kombination beider Methoden konnte die Wissenschaftlerin nicht nur untersuchen, wo im Gehirn Sprachverarbeitung stattfindet, sondern auch wann die beteiligten Regionen aktiv werden und ob sie tatsächlich eine kausale Rolle beim Verstehen von Sprache spielen. Dadurch entsteht ein vollständigeres Bild der Sprachverarbeitung im Gehirn.
Seit 2020 vergeben wir ganzjährig Schreibstipendien an Wissenschaftler*innen der Max-Planck-Gesellschaft im ehemaligen Sommerhaus von Max Planck. Für einen Arbeitsaufenthalt an dessen Inspirationsort steht den Forschenden rund 50 km südlich von München eine 150 Quadratmeter große Wohnung zur Verfügung. Diese wird uns von der Urenkelin von Max Planck für Schreibstipendiat*innen vermietet.