Aus der Max-Planck-Gesellschaft: Forschungshighlights 2019

RĂĽckblick auf ein ereignisreiches Wissenschaftsjahr

Max-Planck-Wissenschaftler haben auch 2019 wieder viele hochkarätige Veröffentlichungen publiziert.

Hier finden Sie eine Auswahl der Max-Planck-Gesellschaft mit den Forschungshighlights des vergangenen Jahres.

Unter den „Top 15“ befinden sich u.a. Veröffentlichungen von Wissenschaftlern der Max-Planck-Institute für demografische Forschung in Rostock, für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, für Biologie des Alterns in Köln, für Bildungsforschung in Berlin, für Intelligente Systeme in Tübingen und für Verhaltensbiologie in Konstanz.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützt(e) an diesen Instituten diverse Forschungsarbeiten.

Bild: © EHT-Kollaboration

Aus der Max-Planck-Gesellschaft: Besondere Auszeichnungen fĂĽr Max-Planck-Forscher

Gleich zwei Ehrungen der besonderen Art

Karsten Danzmann, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (AEI Albert-Einstein-Institut) und Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität in Hannover, wurde 2019 in die „Hall of Fame der deutschen Forschung“ des Manager Magazins berufen. Gewürdigt werden damit seine lebenslangen, herausragenden Beiträge zur Weiterentwicklung der Forschung.

Lesen Sie hier mehr zu Karsten Danzmann und seiner Auszeichnung.

Des Weiteren erhielt Emmanuelle Charpentier, Direktorin der Max-Planck-Forschungsstelle fĂĽr Wissenschaft der Pathogene in Berlin, 2019 das Bundesverdienstkreuz von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die Auszeichnung stand zum 30. Jahrestag des Mauerfalls unter dem Motto “Mut zur Zukunft: Grenzen ĂĽberwinden” und ehrt besonders engagierte Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Wissenschaft.

Lesen Sie hier mehr zu Emmanuelle Charpentier.

Die Forschung beider Wissenschaftler wurde von der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt.

Bild: © MPG

Aus der Max-Planck-Forschung: Einen Menschen opfern, um fĂĽnf zu retten?

Ein moralisches Gedankenexperiment

Die Bereitschaft, einen Menschen zu opfern, um mehrere zu retten, unterscheidet sich von Land zu Land. Das zeigt eine wissenschaftliche Studie, an der 70.000 Personen in 42 Ländern teilgenommen haben. Ein Forschungsteam rund um Iyad Rahwan, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, untersuchte dabei weltweite Gemeinsamkeiten und Unterschiede in moralischen Entscheidungen anhand des „Trolley-Problems“.

Lesen Sie hier die ĂĽberraschenden Ergebnisse!

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützt die Forschungsarbeit von Iyad Rahwan am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin.

Bild: © Awad et al.

Interview: „Damit kehrt man der Aufklärung den Rücken“

Sinn und Unsinn von Nudging

Der Mensch ist unvollkommen. Er handelt oft bequem statt rational, genussorientiert statt gesundheitsbewusst. Manche Politiker wĂĽrden das gern ändern, vor allem, wenn das Verhalten öffentliche Gelder kostet, die Gesundheit oder die Umwelt schädigt. Psychologen und Verhaltensökonomen aus den USA haben neue Möglichkeiten aufgezeigt, das Verhalten der BĂĽrger in gewĂĽnschte Richtungen zu steuern. „Nudging” heiĂźt die Methode, ĂĽbersetzt in etwa „stupsen”. Auch in Deutschland wird darĂĽber diskutiert. Ralph Hertwig, Direktor am Max-Planck-Institut fĂĽr Bildungsforschung in Berlin, kritisiert den Versuch, BĂĽrger mit psychologischen Tricks zu gewĂĽnschtem Verhalten zu bewegen.

Lesen Sie hier ein zwar bereits 2016 veröffentlichtes, aber derzeit hochaktuelles Interview mit Ralph Hertwig über den Sinn und Unsinn von „Nudging“ am Anwendungsbeispiel „Organspende“.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützte am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin die Forschungsarbeit von Ralph Hertwig und ein Projekt zur Alternsforschung von Ulman Lindenberger.

Bild: © Norbert Michalke

Neuerscheinung: MaxPlanckForschung 04/2019

Fokus Lernen

Lernen, also der Erwerb von Fähigkeiten, folgt komplexen Regeln und Grundsätzen – ob beim Menschen, im Tierreich oder in der Welt der Computer. Auf jeden Fall erfordert das Lernen von Lebewesen geistige Hochleistung, sei es beim Spracherwerb im Kindesalter oder wenn sich die Vögel den Gesang aneignen. Für maschinelles Lernen hingegen braucht es ausgefeilte Algorithmen und große Datensätze, damit ein Rechner etwa menschliche Augenbewegungen deuten kann. Mit all diesen Themen beschäftigen sich Forscher der Max-Planck-Gesellschaft. So erfahren Sie in der neuesten Ausgabe der MaxPlanckForschung u.a. von Andreas Bulling und seinem Team am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken, wie sie künftig Roboter oder Avatare in puncto Kommunikation mit uns auf Augenhöhe bringen wollen.

Das komplette Heft zum Download finden Sie hier.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützte am Max-Planck-Institut in Saarbrücken die Entwicklung der Software für die Virendatenbank GISAID unter der Leitung von Thomas Lengauer.

Bild: © Adobe Stock/123RF

Neuerscheinung: MaxPlanckForschung 04/2019

Podcast: Lernen, eine geistige Höchstleistung

Was beim Lernen im Gehirn vor sich geht

Das Thema „Lernen“ steht auch im Mittelpunkt des aktuellen Podcasts des Forschungsquartetts: Die Max-Planck-Forscher Angela Friederici, Caroline Rowland und Stefan Leitner erklären im Gespräch mit Lara-Lena, was beim Lernen im Gehirn genau vor sich geht.

Hören Sie hier den kompletten Podcast.

Angela Friederici, Direktorin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften Leipzig, ist seit 2014 Mitglied im Stiftungsrat der Max-Planck-Förderstiftung.

Bild: © MPG

Aus der Max-Planck-Förderstiftung: Dankeschön: Ihr Jahresrückblick 2019

HERZLICHEN DANK fĂĽr 2019!

Ihre Unterstützung hat auch 2019 wieder zahlreiche Projekte möglich gemacht; z.B. ein Gebärdenwörterbuch für gehörlose Naturwissenschaftler (Sign2Mint) oder eine neue neurowissenschaftliche Forschungsgruppe am Ernst-Strüngmann-Institut für die Forschung an der Schnittstelle zwischen kognitiver, systemischer und theoretischer Neurowissenschaft.

Ihre Förderung lancierte vor 10 Jahren erfolgreiche Pharma-Entwicklung am Lead Discovery Center, ab 2019 auch mit € 60 Mio. Venture Capital, wobei die MPF erneut ein Mehrfaches öffentlicher Mittel hebelt.

Zahlreiche, von Ihnen geförderte Max-Planck-Forscher konnten sich 2019 über internationale Auszeichnungen freuen. U.a. erhielt Franz-Ulrich Hartl den Breakthrough-Preis‎ (den höchstdotierten Wissenschaftspreis weltweit) für entscheidende Erkenntnisse im Kampf gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz und ein Lasker

Award (die höchste biomedizinische US-Auszeichnung) ging an Axel Ulrich für die ersten monoklonalen Antikörper zur Therapie von Brustkrebs.

In der MPF/MPG-Familie trafen sich auch 2019 Förderer und Forscher bei vielen wissenschaftlichen oder persönlichen Anlässen, z.B. bei Veranstaltungen des Hamburger Freundeskreises für die dortigen Institute oder bei dem Sommercocktail einer Förderin, die ihren Gästen auch Wissenschaft präsentiert.

Zuwendungen in Höhe von rund € 4 Mio. für Projekte oder als Zustiftung in das Kapital unterstützten die private Förderung exzellenter Grundlagenforschung. Das MPF-Vermögen (weltweit risiko-diversifiziert) erbrachte 2019 rund 10% und stieg von € 350 Mio. bei Gründung auf heute € 520 Mio. Internationale Förderer nutzten unsere US-Stiftung „Friends of Science and Research” und die 2019 neu gegründete Schweizer Stiftung „International Science CH“.

VIELEN DANK für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen 2019 – wir freuen uns darauf, auch 2020 mit IHNEN gemeinsam dort zu helfen, wo schnelle und flexible Hilfe nötig ist.

Die besten WĂĽnsche fĂĽr das neue Jahr 2020!

Bild: © MPG

Aus der Max-Planck-Forschung: Wie sich extreme Umweltbedingungen auf das Gehirn auswirken

Studie auf der Neumayer-Station III in der Antarktis

Extreme Bedingungen: Wer auf der Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts forscht, muss mit Temperaturen bis zu minus 50 Grad, nahezu vollständiger Dunkelheit im Winter sowie wenig Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten zurechtkommen. Forschende der Charité-Universitätsmedizin Berlin und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung Berlin haben an diesem Beispiel die Effekte von sozialer Isolation und extremen Umweltbedingungen auf das Gehirn untersucht. Sie fanden Veränderungen im Gyrus dentatus, einem für das räumliche Denken und das Gedächtnis verantwortlichen Teilbereich des Hippocampus. Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler nun untersuchen, ob beispielsweise Sport den beobachteten Veränderungen des Gehirns entgegenwirken kann.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützte am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin bereits die Forschung von Ralph Hertwig und Ulman Lindenberger. Aktuell wird die Forschungsarbeit von Iyad Rahwan gefördert.

Bild: © MPG

Aus der Max-Planck-Forschung: Wie sich extreme Umweltbedingungen auf das Gehirn auswirken

Aus der Max-Planck-Forschung: 3D-Modell der Leber verbessert Diagnose

Gewebeveränderungen auf der Spur

Die nicht-alkoholische Fettleber ist in den Industrieländern eine der häufigsten chronischen Lebererkrankungen. Die histologische Analyse des Lebergewebes ist die einzige anerkannte Methode zur Diagnose und Abgrenzung verschiedener Stadien der Erkrankung. Die herkömmliche Histologie liefert jedoch nur zweidimensionale Bilder des Lebergewebes in niedriger Auflösung und vernachlässigt potenziell wichtige dreidimensionale strukturelle Veränderungen. Forscher des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden und des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden haben nun zusammen mit Kollegen der Technischen Universität Dresden dreidimensionale geometrische und funktionelle Modelle des menschlichen Lebergewebes für verschiedene Stadien der Erkrankung erstellt, die neue krankheitsbedingte Gewebeveränderungen sichtbar machen.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützte am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden die Forschungsarbeit von Eugene W. Myers.

© MPI-CBG/ Segovia-Miranda et al.

Aus der Max-Planck-Forschung: 3D-Modell der Leber verbessert Diagnose

Veranstaltungstipp Berlin: Salon Sophie Charlotte 2020

Weltbilder – UrsprĂĽnge

Was befähigt allein den Menschen, Bilder der Welt zu entwerfen? Wann entwickelte er die kognitiven Fähigkeiten dafür und welche Rolle spielen Emotionen als Kraft, die Welt zu verändern? Die Max-Planck-Gesellschaft präsentiert als Kooperationspartner beim Salon Sophie Charlotte in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin) am Samstag, den 18.01.2020 von 18:00-23:30 Uhr, im WissenschaftsForum neue Erkenntnisse ihrer Institute zur Frage nach dem Ursprung von Weltbildern; u.a. mit Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, an dem die Max-Planck-Förderstiftung ein Projekt zur Erforschung der Entwicklung von Mensch und Tier in Asien unter der Leitung von Svante Pääbo unterstützte.

Alle wichtigen Informationen und das komplette Programm des Salon Sophie Charlotte 2020 finden Sie hier.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Auch der Nobelpreisträger Stefan Hell wird an diesem Abend im Rahmen des Salon Sophie Charlotte um 19:00 Uhr über Lichtmikrospie im 21. Jahrhundert sprechen. Seine Forschungsarbeit am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen wurde ebenfalls von der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt.

Bild: © AKG-Images

Veranstaltungstipp Berlin: Salon Sophie Charlotte 2020