Projektförderung: Zurück in die Zukunft

Wie unser Gehirn die Vergangenheit mit der Zukunft verbindet

Die Erinnerung an persönliche Erfahrungen prägt, wer wir sind und wie wir uns verhalten. Im Laufe der Zeit können wir die einzelnen Momente erfassen, gruppieren und als zusammenhängenden Strom von Ereignissen speichern – eine Erinnerungsepisode. In gewisser Weise verhält sich der Speicher wie ein Videorecorder. Yingxue Wang geht mit ihrer Forschungsgruppe am Max Planck Florida Institute for Neuroscience in Jupiter (USA) der Frage nach, wie die Informationsverarbeitung im Hippocampus vonstattengeht, wenn unser Hirn Vergangenheit und Zukunft in die Gegenwart integriert.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützt die Forschungsarbeit von Yingxue Wang.

Lesen Sie hier mehr ĂĽber die Forschungsgruppe am Max Planck Florida Institute for Neuroscience in Florida.

Bild: © Max Planck Florida Institute for Neuroscience

Aus der Max-Planck-Forschung: Zweite Chance fĂĽr Icarus

Ein ungewöhnliches Tierbeobachtungssystem

Das Beobachtungssystem für Tierwanderungen Icarus auf der Internationalen Raumstation ISS, unter der Leitung von Martin Wikelski vom Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie in Konstanz, ist nun Anfang März 2020 erfolgreich in Betrieb gegangen. Ursprünglich war die Inbetriebnahme von Icarus bereits für den Sommer 2019 geplant. Ein technischer Defekt im Onboard-Computer des Icarus-Systems verhinderte dies jedoch. Mit dem Kooperationsprojekt der Max-Planck-Gesellschaft, der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wollen Wissenschaftler die Zugrouten verschiedener Tierarten bei ihren Wanderungen erforschen. Auf das Einschalten des Systems folgt eine mehrmonatige Testphase, in der die Sender sowie die Systemkomponenten am Boden und an Bord der ISS geprüft werden. Nach Abschluss aller Tests wird Icarus den Nutzern voraussichtlich im Herbst 2020 zur Verfügung stehen.

Erfahren Sie hier mehr ĂĽber Icarus.

Die Dr. Gerhard und Irmgard Gross-Stiftung – unter dem Dach der Max-Planck-Förderstiftung – unterstĂĽtzt im Rahmen von Icarus ein Projekt zur Erforschung der Aalwanderung von Martin Wikelski.

Bild: © MPI f. Verhaltensbiologie / J. Stierle

Aus der Max-Planck-Forschung: Körpereigenes Doping fürs Gehirn

Welche Rolle spielt Epo im Gehirn?

Erythropoietin, kurz Epo, ist ein berĂĽchtigtes Dopingmittel. Es fördert die Bildung von roten Blutkörperchen und steigert – wie man bislang glaubte – auf diese Weise die körperliche Leistungsfähigkeit. Der Wachstumsfaktor schĂĽtzt und regeneriert aber auch Nervenzellen im Gehirn. Forscher vom Max-Planck-Institut fĂĽr experimentelle Medizin in Göttingen haben nun herausgefunden, wie Epo dort wirkt. Sie haben entdeckt, dass geistige Herausforderungen in den Nervenzellen des Gehirns einen leichten Sauerstoffmangel (von den Forschern „funktionelle Hypoxie“ genannt) auslösen. Dies regt die Produktion von Epo und seinen Rezeptoren in den aktiven Nervenzellen an. Dadurch werden aus benachbarten Vorläuferzellen neue Nervenzellen gebildet, und die Zellen verbinden sich effektiver untereinander.

Lesen Sie hier mehr ĂĽber den Wirkungskreislauf von Epo in den Nervenzellen.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützte am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen das Projekt GRAS – eine Sammlung und Auswertung von Daten schizophrener Patienten innerhalb der weltweit umfangreichsten phänotypischen Datenbank zur Erforschung von Schizophrenie und zur Entwicklung neuer Therapieansätze.

Bild: © MPI f. Psychiatrie

Aus der Max-Planck-Forschung: Neue Cas9-Variante macht Genom-Editierung noch präziser

Optimierung der Genschere

CRISPR-Cas9 kann DNA spezifisch an definierten Stellen schneiden und hat damit die Genetik revolutioniert. Forscher benutzen die sogenannte Genschere unter anderem dazu, Gene gezielt auszuschalten oder neue DNA- Fragmente in das Genom einzufĂĽgen. Aber egal wie spezifisch das Cas9-Enzym ist – manchmal schneidet es dort, wo es nicht schneiden soll. Emmanuelle Charpentier, Direktorin der Max-Planck-Forschungsstelle fĂĽr die Wissenschaft der Pathogene in Berlin, und ihr Team haben zusammen mit Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg nun eine Cas9-Variante entwickelt, die die Editierung von Genen noch spezifischer macht.

Lesen Sie hier mehr ĂĽber diese neue Entwicklung.

Auch der aktuelle Podcast des Forschungsquartetts beschäftigt sich mit der Genschere CRISPR-Cas9: Mit der Genschere und dem „Gene Drive“ (Methoden zur beschleunigten Ausbreitung von Genen) ist es möglich, Gene auch über Generationen zu verändern. Welche Chancen und Risiken das birgt, erfahren Sie hier in einem Gespräch mit Chaitanya Gokhale vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön.

Emmanuelle Charpentier ist die Entwicklerin der CRISPR-Cas9-Methode, bekannt als „Genschere“. Ihre Forschungsarbeit wurde von der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt.

Bild: © Bratovic et al., 2020

 

 

Podcast: Bluttest fĂĽr Stoffwechselerkrankung fĂĽr zu Hause

Erleichterung fĂĽr Patienten

Die Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie zählt zu den häufigsten Erbkrankheiten in Deutschland. Betroffene müssen regelmäßig beim Arzt den Blutwert prüfen. Ein neuer Biosensor soll nun eine eigenständige Kontrolle ermöglichen.

Erfahren Sie hier im Gespräch des Forschungsquartetts mit Kai Johnsson vom Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg mehr über Phenylketonurie und den neuen Biosensor.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützt am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg die Forschungsarbeit des Nobelpreisträgers Stefan Hell.

Bild: © mattweis

Aus aktuellem Anlass: Pressemeldungen zum Coronavirus

…und ein ganz besonderer Gruß

Anbei im Bild eine Nachricht aus Italien („Andrá tutto bene“/ übersetzt „Alles wird gut gehen“) und Pressemeldungen der letzten Tage zum Coronavirus aus der Max-Planck-Gesellschaft:

Immunschub gegen das Coronavirus (vom 20.03.2020)

Pandemie in Kinofilmen (vom 27.03.2020)

Bleiben Sie gesund und hoffnungsvoll!

Ihre Max-Planck-Förderstiftung

Bild: © privat

Projektförderung: Schloss Ringberg

Der „Treffpunkt des Wissens“ wird barrierefrei

Mit dem denkmalgeschützten Schloss Ringberg am Tegernsee verfügt die Max-Planck-Gesellschaft über eine echte Rarität und einzigartige Tagungsstätte. Jedes Jahr treffen sich dort rund 3.000 Wissenschaftler aus aller Welt zum Austausch. Diese „Gipfeltreffen“ der Spitzenwissenschaft waren bisher Gästen im Rollstuhl nur schwer zugänglich.

In Verbindung mit einem dringend erforderlichen Erweiterungsbau sind jetzt bauliche Maßnahmen zum barrierefreien Ausbau des Schlosses geplant. Der Neubau mit sieben Gästezimmern soll nicht nur die Kapazitätsengpässe auf dem Schloss entspannen, sondern in Zukunft auch eine inklusive Wissenschaftslandschaft ermöglichen.

Der erste Schritt ist bereits geschafft: Eine Rampe als Zugang zum Haupthaus wurde errichtet. Ein privater Förderer der Max-Planck-Förderstiftung unterstĂĽtzte diese bauliche MaĂźnahme – herzlichen Dank dafĂĽr!

Auch Sie können bei diesem besonderen Projekt und seinen weiteren Bauabschnitten mitwirken. Sprechen Sie uns gerne an – damit Schloss Ringberg weiterhin der Ort fĂĽr Gipfeltreffen der Wissenschaft bleibt!

Bild: © MPG / Martin Puggelsheim

Auszeichnung: Svante Pääbo erhält den Japan-Preis 2020

„Japanischer Nobelpreis“ für Forschung zur Abstammung des Menschen

Svante Pääbo, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, gilt als Begründer der Paläogenetik, einer Forschungsdisziplin, die sich mit der Analyse genetischer Proben aus Fossilien und prähistorischen Funden befasst. Welche genetischen Veränderungen im Laufe der Evolutionsgeschichte den modernen Menschen ausmachen, erforscht Svante Pääbo durch Vergleiche der DNA-Sequenzen von heute lebenden Menschen, Neandertalern und weiteren menschlichen Vorfahren.

FĂĽr seine wissenschaftliche Arbeit wird ihm nun am 15. April 2020 von der Science and Technology Foundation of Japan (JSTF) in Tokio der Japan-Preis verliehen, der mit 50 Millionen Yen (etwa 490.000 Euro) dotiert ist.

Seine Forschung am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig wurde von der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt.

Bild: © Karsten Möbius

Auszeichnung: Svante Pääbo erhält den Japan-Preis 2020

Aus der Max-Planck-Forschung: Zelluläre Müllabfuhr entsorgt Coronaviren

Wichtige Entdeckung fĂĽr die Entwicklung von Medikamenten gegen Coronavirus-Infektionen

Die Erforschung grundlegender zellulärer Abläufe führt immer wieder zu unvermuteten Entdeckungen. Eine Studie von Forschern des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München (u.a. Florian Holsboer, dessen Forschungsarbeit bereits von der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt wurde), des Uniklinikums Bonn und der Charité in Berlin ist ein anschauliches Beispiel dafür, dass auch Grundlagenforschung zu neuen medizinischen Behandlungsmethoden führen kann. Die Wissenschaftler haben Proteine für das Recycling von Abfallstoffen untersucht, mit denen die Körperzellen Stress bewältigen. Dabei haben sie entdeckt, dass sie diese Proteine mit bereits zugelassenen Medikamenten regulieren können. Da Zellen mit diesen Proteinen auch eingedrungene Coronaviren abbauen, könnten die Wirkstoffe möglicherweise auch gegen diese Krankheitserreger eingesetzt werden. Am Lead Discovery Center (LDC) in Dortmund suchen Forscher nun nach weiteren Wirkstoffen, mit denen sie die zelluläre Müllabfuhr gegen die Viren aktivieren können.

Das LDC wird von Anfang an von privaten Förderern der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt und seit Mitte September 2019 durch einen Technologietransfer-Fonds (Khan-I) finanziert, an dem sich die Max-Planck-Förderstiftung ebenfalls beteiligt.

Ein privater Förderer der Max-Planck-Förderstiftung unterstützte am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München Maßnahmen für die Integration von Flüchtlingen. Außerdem unterstützt die MPF eine Kooperation des MPI mit dem Weizman-Institut zur Forschung auf den Gebieten experimenteller Neuropsychiatrie und Verhaltensneurogenetik.

Bild: © Science Photo Library / Murti, Dr. Gopal

Aus der Max-Planck-Forschung: Zelluläre Müllabfuhr entsorgt Coronaviren

Aus der Max-Planck-Forschung: Expedition zum Sonnenfeuer

Ein neues Kapitel in der Erforschung unseres Zentralgestirns

Am 10.02.2020 ist die Sonnenmission Solar Orbiter ins All gestartet. AusgerĂĽstet mit zehn wissenschaftlichen Instrumenten, wagt sich die Sonde der europäischen Raumfahrtagentur ESA in den kommenden Jahren bis auf 42 Millionen Kilometer an unser Zentralgestirn heran. Das ist nur wenig mehr als ein Viertel des Abstandes zwischen Sonne und Erde. Zudem verlässt Solar Orbiter die Bahnebene der Erde und blickt dabei erstmals auf die Pole des Sterns. Durch das Zusammenspiel aus neuartiger Flugbahn und leistungsstarker Instrumentierung wird der Späher den bisher umfassendsten Blick auf die Sonne werfen – vom Entstehungsort der Magnetfelder tief im Innern bis zum Sonnenwind, dem stetigen solaren Teilchenstrom.

Sami K. Solanki, Direktor am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen, und sein Team schicken Hardware für vier Instrumente mit auf die Reise zum Feuerball. Hier erklärt Sami K. Solanki die Besonderheiten von Solar Orbiter.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützte das Projekt Sunrise II von Sami K. Solanki zur Erforschung des Magnetfeldes in der Sonnenatmosphäre durch ein ballongetragenes Sonnenobservatorium. Ein dritter Flug des Observatoriums ist bereits in Planung.

Bild: © Pink Chocolate Photoagentur

Aus der Max-Planck-Forschung: Expedition zum Sonnenfeuer