Aus der Max-Planck-Förderstiftung: Förderer und Freunde beim Hermann-Neuhaus-Wissenschaftsdinner

Beim jĂ€hrlichen Wissenschaftsdinner zu Ehren von Hermann Neuhaus am 16.5. trafen sich auch in diesem Jahr Förderer und Freunde der Max-Planck-Förderstiftung. Den wissenschaftlichen Teil des Abends gestaltete Prof. Dr. Ferdi SchĂŒth, Direktor am MPI fĂŒr Kohlenforschung und Vize-PrĂ€sident der Max-Planck-Gesellschaft, mit dem Vortrag „Wenn das Öl zu Neige geht: Was treibt die Autos von morgen an?“. Neben diesem hochaktuellen Thema erzĂ€hlte der MPF-Vorstand aus dem Leben von Hermann Neuhaus und dessen Weg zur Förderung von Spitzenforschung. Neuhaus‘ einzigartiges Engagement in Form einer testamentarisch errichteten Treuhandstiftung bei der MPF ermöglicht jedes Jahr die Förderung von exzellenten Wissenschaftlern und ihren Projekten. Wir danken Hermann Neuhaus und seiner Familie fĂŒr ihre großartige UnterstĂŒtzung.

Hermann Neuhaus

Bild: © Jörg Baumann

Aus der Max-Planck-Förderstiftung: Vortrag auf Schloss Elmau

Am 25.5. prĂ€sentierten sich die Max-Planck-Gesellschaft und die Max-Planck-Förderstiftung erstmals im Rahmen des Kulturprogramms auf Schloss Elmau. Prof. Dr. Peter Seeberger, Direktor am MPI fĂŒr Kolloid- und GrenzflĂ€chenforschung, berichtete von seinen Ergebnissen bei der Erforschung und Synthese von ZuckermolekĂŒlen, die bei Krankenhauskeimen, Malaria aber auch der KrebsbekĂ€mpfung völlig neue Wege eröffnen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Andreas Sentker, Leiter des Ressorts Wissen von DIE ZEIT und Herausgeber des Magazins ZEIT Wissen. Sowohl beim vorausgegangenen Empfang als auch anschließend beim gemeinsamen Abendessen diskutierten die HotelgĂ€ste lebhaft mit den Referenten ĂŒber aktuelle Forschungsergebnisse und die herausragende Rolle der MPG in der deutschen Wissenschaftslandschaft.

Wir danken unserer Kuratorin Dr. Marie-Nicolette Schottelius und den Verantwortlichen auf Schloss Elmau, die die Veranstaltung konzipiert und organisiert haben, fĂŒr diese Gelegenheit.

Bild: © David Ausserhofer

Aus der Max-Planck-Gesellschaft: Ruth Ley erhĂ€lt den Ernst Jung-Preis fĂŒr Medizin 2018

Die Jung-Stiftung fĂŒr Wissenschaft und Forschung in Hamburg verleiht den Ernst Jung-Preis fĂŒr Medizin 2018 an Prof. Dr. Ruth Ley, Direktorin am Max-Planck-Institut fĂŒr Entwicklungsbiologie, und an Prof. Dr. med. Marco Prinz vom UniversitĂ€tsklinikum Freiburg. Der Preis ist mit 150 000 Euro dotiert. Prof. Dr. Ruth Ley erhĂ€lt die Auszeichnung fĂŒr ihre wegweisenden Arbeiten am intestinalen Mikrobiom sowie zum Zusammenspiel zwischen ErnĂ€hrung, Organismus und den Darmbakterien. Die Preisverleihung fand am 4. Mai 2018 in Hamburg statt.

Die Forschung von Prof. Dr. Ruth Ley wird von der Max-Planck-Förderstiftung unterstĂŒtzt.

Ruth Ley erhÀlt Ernst Jung-Preis

Bild: © Jörg Abendroth

Aus der Max-Planck-Gesellschaft: Spielend die Sprachforschung unterstĂŒtzen

„The Color Game“ ist eine Spiele-App mit wissenschaftlichem Nutzen. Entwickelt wurde sie von der Forschungsgruppe The Mint am Max-Planck-Institut fĂŒr Menschheitsgeschichte. Aufgabe der Spieler ist es, sich gegenseitig Farben mitzuteilen, dafĂŒr jedoch ausschließlich Symbole in Schwarz-Weiß zu verwenden. Das Team möchte beobachten, wie sich die Verwendung der Symbole mit der Zeit verĂ€ndert, und hofft, daraus RĂŒckschlĂŒsse auf die Entstehung realer Sprachen zu ziehen.

The Color Game

Bild: © MPI fĂŒr Menschheitsgeschichte

Aus der Max-Planck-Gesellschaft: Wie alt werde ich?

„Die Deutschen werden immer Ă€lter“. „Die Deutschen sterben aus“. „Bis 2050 werden zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben“. Diese oder Ă€hnliche Aussagen hat wohl jeder schon einmal gehört. Ansonsten ist Demografie fĂŒr die meisten ein Buch mit sieben Siegeln. Die App „A Life Journey“ will das Ă€ndern und hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein besseres VerstĂ€ndnis fĂŒr demografische Fragestellungen zu schaffen. Sie besteht aus zehn Themenkomplexen und behandelt unter anderem die Fragen, wie eine alternde Gesellschaft funktioniert, ob es ein Rezept fĂŒr gesundes Altern gibt oder wie die Chancen stehen, 100 Jahre alt zu werden. Neben kurzen Informationstexten und anschaulichen Grafiken enthĂ€lt jeder Schwerpunkt auch eine interaktive Funktion. So können Nutzer der App beispielsweise simulieren, wie ihr Gesicht im hohen Alter aussehen könnte. Entwickelt wurde die App vom Wissenschaftsnetzwerk „Population Europe“ in Berlin, das vom Max-Planck-Institut fĂŒr demografische Forschung mit Sitz in Rostock verwaltet wird. Die App ist auch Bestandteil des Ausstellungsschiffs MS-Wissenschaft, das vom 15. Mai bis zum 9. Oktober wieder in ganz Deutschland unterwegs ist.

Wie alt werde ich?

MS Wissenschaft

Bild: © BMBF

Aus der Max-Planck-Forschung: Software mit Grips

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage fĂŒr ein KurzzeitgedĂ€chtnis. Durch rhythmisch aktive Nervenzellen kann das Gehirn grĂ¶ĂŸere Populationen von Nervenzellen zu funktionellen Einheiten zusammenfĂŒhren. Bislang haben Neurowissenschaftler oft diese und andere Eigenschaften nur mit Netzwerkmodellen untersucht, die jeweils nur eine davon nachstellen können. Wissenschaftlerinnen des Max-Planck-Instituts fĂŒr Hirnforschung in Frankfurt um die Nachwuchsgruppenleiterin Tatjana Tchumachenko haben nun gezeigt, wie sich mit einem dieser Modelle mehrere Eigenschaften parallel untersuchen lassen. Ihren Berechnungen zufolge haben sie eine gemeinsame Basis: die IonenkanĂ€le in der Zellmembran, die die elektrische Erregbarkeit von Nervenzellen steuern. Synaptische PlastizitĂ€t ist dagegen fĂŒr die Ausbildung dieser Eigenschaften nicht erforderlich. Mit dieser Erkenntnis lĂ€sst sich beispielsweise erklĂ€ren, warum manche Psychopharmaka weitreichende Nebenwirkungen haben können.

Ein privater Förderer der MPF unterstĂŒtzt die Forschung von Frau Tschumachenko.

Software mit Grips

Bild: © MPI fĂŒr experimentelle Medizin

Aus der Max-Planck-Gesellschaft: Nominiert fĂŒr Deutschen Integrationspreis

Seit zwei Jahren engagiert sich auch die MPG mit Projekten, GeflĂŒchteten zu helfen. So ist am MPI fĂŒr Empirische Ästhetik das Projekt „Family Playdates“ entstanden, das lokale und geflĂŒchtete Familien zusammenbringt. Jetzt ist das Projekt nominiert fĂŒr den deutschen Integrationspreis, und jeder kann per Crowdfunding helfen, dass die Erfolgsgeschichte weitergeht.

Das Projekt ist im Jahr 2016 im Rahmen der „People for People“-Initiative der Max-Planck-Gesellschaft entstanden, die von einem privaten Förderer der MPF finanziert wurde.

Family Playdates

Crowdfunding

Bild: © Family Playdates

Veranstaltungstipp Frankfurt/Main: „Gastkommentar“ in Kooperation mit StĂ€del Museum

„Welche Verbindung gibt es zwischen der europĂ€ischen Rechtsgeschichte und der bildenden Kunst?“

Sonntag, den 06.05., 12:00 – 13:15 Uhr, Metzler-Foyer im StĂ€del Museum, Frankfurt

In der Reihe „Gastkommentar“ eröffnen Experten der Max-Planck-Gesellschaft aus Lebens-, Natur- und Geisteswissenschaften den Besuchern individuelle Sichtweisen auf die Werke des StĂ€del Museums.
Es spricht Prof. Dr. Thomas Duve, Direktor am Max-Planck-Institut fĂŒr europĂ€ische Rechtsgeschichte in Frankfurt/Main und Professor fĂŒr vergleichende Rechtsgeschichte am Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-UniversitĂ€t Frankfurt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in Rechtsgeschichte der FrĂŒhen Neuzeit und der Moderne, mit einem Schwerpunkt auf der Rechtsgeschichte des iberoamerikanischen Raums sowie der Rechtswissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Bitte melden Sie sich direkt im StĂ€del-Museum an: Tel. 069-605098-200 oder mailto:info@staedelmuseum.de. Die TeilnahmegebĂŒhr ist im Eintrittspreis enthalten.

Gastkommentar StÀdel Museum

Bild: © Max-Planck-Gesellschaft

Veranstaltungstipp Martinsried: Wissenschaft fĂŒr Jedermann

„Tiny conspiracies: Wie und warum Bakterien kommunizieren“

Dienstag, den 08.05., 19:00, Großer Hörsaal der Max-Planck-Institute, Martinsried

Kai Papenfort, Professor am Biozentrum der LMU, untersucht die interzellulĂ€re Kommunikation von Bakterien, ein Prozess, der gemeinhin als Quorum Sensing bezeichnet wird. Quorum Sensing erlaubt es den eigentlich solitĂ€ren Bakterien – durch fĂŒr das Individuum unproduktive und kostenintensive VorgĂ€nge – komplexe, kooperative Aufgaben zu koordinieren. Das VerstĂ€ndnis dieser VorgĂ€nge ist grundlegend fĂŒr die gesamte Biologie und ermöglicht eine gezielte Manipulation der beteiligten Regulationssysteme. Es ist daher nicht ĂŒberraschend, dass darauf basierende therapeutische Strategien fĂŒr ein breites Spektrum von Erkrankungen relevant sind, die von neurologischen Störungen bis zu Krebs und Infektionskrankheiten reichen.

Eintritt frei.

Wissenschaft fĂŒr Jedermann

Bild: © Martinsrieder MPIs / M. Krause

Veranstaltungstipp MĂŒnchen: Max-Planck-Forum

„Wenn Teilchen Wellen reiten: Ein neues Konzept fĂŒr die Teilchenbeschleuniger der Zukunft“

Donnerstag, den 17.05., 19:00 – 21:00 Uhr, Max-Planck-Haus am Hofgarten, Hofgartenstr. 8, MĂŒnchen

In seinem Vortrag stellt Allen C. Caldwell, Direktor am Max-Planck-Institut fĂŒr Physik, einen neuen Ansatz fĂŒr kĂŒnftige Teilchenbeschleuniger vor: „AWAKE“: Elektronen sollen auf Wellen in einem Plasmafeld reiten und so beschleunigt werden.
Die grĂ¶ĂŸten Errungenschaften in der Teilchenphysik wurden mit Hilfe von Teilchenbeschleunigern erzielt. Um weitere offene Fragen zu beantworten, brauchen Wissenschaftler noch stĂ€rkere Beschleuniger. Doch stĂ¶ĂŸt die konventionelle Technologie an ihre Grenzen. Hier bietet das AWAKE-Experiment am CERN mit in einem Plasmafeld auf Wellen reitenden Elektronen einen innovativen Ansatz. Der Vorteil: Die Teilchen brauchen deutlich kĂŒrzere Strecken, um „auf Touren“ zu kommen – im Ergebnis bedeutet dies kleinere und kostengĂŒnstigere Beschleunigungsanlagen.

Eintritt frei. Anmeldung bitte unter: forum@gv.mpg.de

Wenn Teilchen Wellen reiten

Bild: © Maximilian Brice / CERN