Aus der Max-Planck-Förderstiftung: Danke für 2020!

Jahresrückblick

2020 erhielt die MPF von Ihnen Spenden und Zusagen in Höhe von rund 3,5 Mio. Euro – das hat uns in diesem schwierigen Jahr ganz besonders gefreut! Dank Ihrer Unterstützung sowie den Erträgen des Stiftungsvermögens konnten wir Förderzusagen für wissenschaftliche Projekte der MPG in Höhe von knapp 8,8 Mio. Euro geben. Seit 2006 hat die MPF somit Projekte mit insgesamt rund 50 Mio. Euro ermöglicht.

Für Ihre Unterstützung und Ihr Vertrauen möchten wir uns ganz herzlich bedanken – ohne Sie wäre das alles nicht möglich!

Hier finden Sie weitere Zahlen und Fakten 2020 im Überblick.

Und dass die Gelder an der richtigen Stelle ankommen, zeigen auch die diesjährigen Nobelpreise für Chemie und Physik: Sowohl die Forschung von Emmanuelle Charpentier als auch von Reinhard Genzel wird von der MPF unterstützt. Wir freuen uns über diesen großartigen Erfolg und sind gespannt, was 2021 für uns alle bereithält!

Bild: © MPG

Auszeichnung: ERC Consolidator Grant für Ralf Jungmann

Förderung von Exzellenter Pionierforschung

Ralf Jungmann, Leiter der Forschungsgruppe „Molekulare Bildgebung und Bionanotechnologie” am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried und Professor für experimentelle Biophysik an der LMU München, erhält einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrates. Er ist mit 2,3 Millionen Euro über fünf Jahre dotiert. Ralf Jungmann will mit seinem Team neuartige bildgebende Verfahren entwickeln und so entschlüsseln, wie die nanoskalige Organisation von Oberflächenproteinen auf Immun- und Tumorzellen deren Entscheidungsprozesse beeinflusst. Die Techniken könnten grundlegende Einblicke in die molekulare Architektur von Immunzellinteraktionen liefern und die Entwicklung einer neuen Generation von “Muster”-basierten Immuntherapeutika ermöglichen.

Mehr zu Ralf Jungmann und seiner Forschung erfahren Sie hier.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützte die Alzheimerforschung von Ralf Jungmann.

Bild: © Bernhard Haselbeck / MPI für Biochemie

Aus der Max-Planck-Forschung: Embryonalentwicklung in der Petrischale

3D-Zellkulturtechnik kann Mausembryonen ersetzen

Werden Stammzellen von Mäusen in einem speziellen Gel kultiviert, wachsen Strukturen heran, die einem Teil des Embryos ähneln. Ein Forschungsteam um die beiden Direktoren Bernhard G. Herrmann und Alexander Meissner am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin zeigt hier, wie aus kugeligen Zellhaufen innerhalb von fünf Tagen Gebilde mit Anlagen für Nerven-, Knochen-, Knorpel- und Muskelgewebe heranwachsen. Damit könnte zukünftig etwa die Wirkung pharmakologischer Wirkstoffe effektiver untersucht werden – und in einer Breite, die in lebenden Organismen nicht möglich wäre.

Die Forschungsarbeit von Alexander Meissner wurde von der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt.

© Dennis Schifferl, Adriano Bolondi, Polly Burton, Jesse Veenvliet – MPI für molekulare Genetik

Aktuell zum Abruf: Wissenschaft trifft Literatur – Matthias Sutter im Gespräch mit Marc Elsberg

Ist Kooperation die Lösung aller Wirtschaftsprobleme?

In dem 2019 erschienenen Roman „Gier“ entwirft der Wiener Autor Marc Elsberg die Welt in einer neuerlichen Wirtschaftskrise. Im Rahmen eines Sondergipfels in Berlin will man Lösungen finden. Ein Nobelpreisträger, der auf dem Gipfel eine bahnbrechende Rede halten möchte, stirbt auf dem Weg zum Tagungsort bei einem Verkehrsunfall. Angeblich hatte er eine Formel für „Kooperation“ gefunden, mit der Wohlstand für alle möglich wäre.

Hier setzt die neue Gesprächsreihe „Wissenschaft trifft Literatur“ an: Wäre „Kooperation“ tatsächlich die Lösung für viele wirtschaftliche Probleme oder bleibt dies reine Fiktion? Was hat die Wissenschaft hierzu bereits erforscht? Und wie verändern sich bisherige Forschungsergebnisse durch das aktuelle Covid-19-Geschehen?

Hier können Sie das Gespräch zwischen Matthias Sutter vom Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn und dem Autor Marc Elsberg abrufen.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützte die Forschung von Matthias Sutter.

© Mattweis / Max-Planck-Gesellschaft

Podcast: Gab es keinen Urknall, sondern einen Urprall?

Die Frage nach dem Anfang unseres Universums

Wie hat eigentlich alles angefangen? Mit einem großen Knall, dem Big Bang? Die Big Bounce Theory hält dagegen. Sie sagt, dass sich das Universum regelmäßig selbst recycelt. Wie funktioniert das? In einem spannenden Podcast des Forschungsquartetts mit Anna Ijjas vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik erfahren Sie hier mehr darüber.

© Frank Vinken / Max-Planck-Gesellschaft

Veranstaltungstipp online: Wege aus der digitalen Manipulation

Mit Boosts und Nudges zu mehr Transparenz im Netz

Wie können wir die Online-Welt besser und transparenter gestalten? Aus der Verhaltenswissenschaft kommen neue Ansätze, um der Desinformation und Fehlinformation entgegenzuwirken. Darüber erfahren Sie mehr im Vortrag von Ralph Hertwig vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, den Sie hier am 12.01.2021 von 17:00-18:00 Uhr via Live Stream verfolgen können.

Die Forschung von Ralph Hertwig wurde von der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt.

© Gerd Altmann / Pixabay

Aus der Max-Planck-Förderstiftung: Einladung zum Virtual Science Talk GRAVITY+

Schwarze Löcher und die dunkelsten Geheimnisse der Milchstraße

Reinhard Genzel, der diesjährige Nobelpreisträger für Physik und seine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching nehmen seit mehreren Jahrzehnten das rund 26.000 Lichtjahre entfernte Herz unserer Milchstraße im infraroten Licht unter die Lupe. Dabei kartierte das Team die Bewegung von Sternen des zentralen Sternhaufens mit hoher räumlicher Auflösung. Sie beobachteten zudem Helligkeitsausbrüche von Gas aus der unmittelbaren Umgebung des schwarzen Lochs und eine von diesem Massemonster verursachte Gravitationsrotverschiebung im Licht eines vorbeiziehenden Sterns.

Mit GRAVITY+ wollen sie in den kommenden Jahren weitere Aspekte von Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie auch praktisch beweisen und ein neues Kapitel der Astronomie schreiben!

Odele Straub aus dem Team des Nobelpreisträgers präsentiert am 10. Dezember 2020 von 18:00-19:00 Uhr in unserem Virtual Science Talk was diese weltweit außergewöhnliche Pionierarbeit ausmacht.

Wir laden Sie herzlich zu diesem spannenden Abend ein, an dem Odele Straub auch gerne auf Ihre Fragen eingehen wird und freuen uns über Ihre Anmeldung zum Virtual Science Talk unter jh@maxplanckfoundation.org! Mit der Anmeldebestätigung erhalten Sie die Zoom-Zugangsdaten.

Das zukunftsweisende Forschungsprojekt GRAVITY+ des Nobelpreisträgers Reinhard Genzel wird künftig von der Max-Planck-Förderstiftung und ihren privaten Förderern unterstützt.

© privat

Aktuelles aus der Coronaforschung: Einfache Lüftungsanlage beseitigt Aerosole aus der Raumluft

Lüftung leicht gemacht

Die Luft in Klassenzimmern und anderen Räumen von infektiösen Aerosolen zu befreien, kann künftig deutlich einfacher werden. Frank Helleis und sein Team am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz haben eine Lüftungsanlage konstruiert, die sich mit Materialien aus dem Baumarkt nachbauen lässt. Die Integrierte Gesamtschule Mainz-Bretzenheim hat die Anlage bereits getestet. Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium prüft nun den Einsatz auch an anderen Schulen.

Hier finden Sie mehr zu der Lüftungsanlage, die Baubeschreibung und Resultate der Untersuchungen zur Wirksamkeit der Lüftungsanlage.

Weitere Beiträge aus verschiedenen Forschungsfeldern an Max-Planck-Instituten zur Corona-Pandemie 2020 finden Sie auf der Themenseite der Max-Planck-Gesellschaft; z.B. haben Hugo Zeberg und Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig entdeckt, dass eine Neandertaler-Genvariante das Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 erhöht.

Die Forschungsarbeit von Svante Pääbo wurde von der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt.

© Elena Klimach

Topthema: Ökozid – Wer ist schuld am Klimawandel?

Das ARD-Drama „Ökozid“ im Fakten-Check

Im Science-Fiction-Kammerspiel „Ökozid“ ist Deutschland im Jahr 2034 vor dem Internationalen Gerichtshof angeklagt, die Klimakrise mitverschuldet zu haben. Wie realistisch ist das Gedankenspiel? Zwei Max-Planck-Wissenschaftler haben sich den Film mit YouTuber Doktor Whatson (Cedric Engels) angesehen und ihn einem Fakten-Check unterzogen: Hauke Schmidt und Tom Sparks vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg bzw. für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg.

Hier finden Sie den kompletten Fakten-Check.

Alexandra Kemmerer vom Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg hat im Vorfeld bereits die Drehbuchautoren mit juristischem Fachwissen unterstützt. Hier erzählt sie von der ungewöhnlichen Zusammenarbeit.

Der Film wurde am 18. November 2020 im Ersten Programm ausgestrahlt und ist bis 16. Dezember 2020 in der ARD-Mediathek verfügbar. 

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützt am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg ein Kooperationsprojekt mit dem Minerva Zentrum für Menschenrechte in Israel zu „Transitional Justice“ in Israel und Palästina. Außerdem unterstützt der Hamburger Freundeskreis u.a. die Forschung am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg.

© rbb/zero one film/Julia Terjung

Neuerscheinung: MaxPlanckForschung 03/2020

Im Fokus: Geben und Nehmen

Corona vertieft die Spaltung der Gesellschaft und verstärkt die seit langem wachsende Ungleichheit in unserem Land. Zudem hat die Pandemie erstaunliche Änderungen im Verhältnis zwischen Staat und Wirtschaft bewirkt; denn während sich die Politik lange Zeit aus wirtschaftlichen Aktivitäten zurückgezogen hatte, erkennen Forschende jetzt einen gegenteiligen Trend. Corona hat aber auch das Immunsystem in den Fokus gerückt. Dort herrscht ein Ausgleich zwischen der Wehrhaftigkeit des Körpers und dem Effekt, dass der Körper sich selbst attackiert.

Außerdem erwarten Sie viele weitere spannende Themen in der aktuellen Ausgabe der MaxPlanckForschung; z.B. Portraits über Emanuelle Charpentier (Nobelpreis für Chemie 2020) und Reinhard Genzel (Nobelpreis für Physik 2020), ein „Besuch bei“ Christof Paar (Direktor am Max-Planck-Instituts für Cybersicherheit und Schutz der Privatsphäre in Bochum) oder ein Bericht über die aktuelle Forschung am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart an Materialien, die helfen sollen, die Sonnenenergie für viele Zwecke nutzbar zu machen -nicht nur für die Energiewende

Das komplette Heft finden Sie hier.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützt(e) die Forschungsarbeit aller oben genannter WissenschaftlerInnen und von Bernhard Keimer am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart.

© Max-Planck-Gesellschaft