Aus der Max-Planck-Gesellschaft: Forschungshighlights 2018

Max-Planck-Wissenschaftler haben 2018 viele hochkarätige Veröffentlichungen publiziert.

Hier finden Sie eine Auswahl der Max-Planck-Gesellschaft mit den Forschungshighlights.

Unter den „Top 15“ befinden sich auch Veröffentlichungen von Karsten Danzmann (Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover), Svante Pääbo (Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig), Eugene W. Myers (Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden) und Metin Sitti (Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart), deren Forschungsarbeiten von der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt werden.

Bild: © T. Higham, University of Oxford

Aus der Max-Planck-Forschung: Wer am häufigsten lügt

Von der Schummelei bei der Steuerklärung bis zu den großen Korruptionsskandalen – immer wieder lügen Menschen, um sich Vorteile zu verschaffen. In experimentellen Studien wird erforscht, welche persönlichen und umweltbedingten Faktoren Menschen zu Lügnern machen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin und des Technion-Israel Institute of Technology haben eine umfangreiche Metaanalyse zum Lügen durchgeführt, die Erkenntnisse aus 565 Studien zusammenfasst. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass die Tendenz zu Unehrlichkeit von Alter und Geschlecht abhängt.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützte am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin die Forschungsarbeit von Direktor Ralph Hertwig.

Aus der Max-Planck-Forschung: Wer am häufigsten lügt

Bild: © Adrian Michael/wikimedia commons (CC BY 2.5)

Ehrung: Viviane Slon in den Top Ten

Die Französin Viviane Slon, Postdoktorandin am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, hatte anhand eines kleinen Knochensplitters herausgefunden, dass ein vor zirka 90.000 Jahren geborenes Mädchen direkt von einer Neandertaler-Mutter und einem Denisova-Vater abstammt. Ein genetischer Nachweis, der Einblicke in die Menschheitsgeschichte gewährt. Die Max-Planck-Forscherin zählt laut dem „Nature“-Magazin zu den zehn Persönlichkeiten, die 2018 die Wissenschaft prägten!

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützte ein Projekt von Svante Pääbo (Doktorvater von Viviane Slon) zur Erforschung der Entwicklung von Mensch und Tier in Asien am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

Ehrung: Viviane Slon in den Top Ten

Bild: © MPI für evolutionäre Anthropologie

Auszeichnung: Proteinforscher erhält Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis

Franz-Ulrich Hartl (61) und Arthur L. Horwich (68) werden am 14. März 2019 den mit 120.000 Euro dotierten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis in der Frankfurter Paulskirche erhalten. Hartl ist Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in München, Horwich forscht am „Boyer Center for Molecular Medicine“ der Yale School of Medicine, dem Department of Genetics und dem Howard Hughes Medical Institute. Die beiden Preisträger werden für ihre grundlegenden Arbeiten zur Proteinfaltung geehrt.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützte ein Projekt von Franz-Ulrich Hartl und Ralf Jungmann am Max-Planck-Institut für Biochemie in München zur Erforschung neurodegenerativer Krankheiten mithilfe von Superauflösungstechniken.

Auszeichnung: Proteinforscher erhält Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis

Bild: © Paul Ehrlich-Stiftung

Aus der Max-Planck-Förderstiftung: VIELEN DANK für 2018!

Private Förderung wirkt, schafft Freiräume und damit Mehrwert. Dafür sagen wir heute: Dankeschön!

Durch private Unterstützung waren auch 2018 wieder viele Projekte möglich, die ohne Ihre Hilfe nicht zustande gekommen wären. Hier zwei Beispiele:

  • Eine Spende fĂĽr das Max-Planck-Institut fĂĽr ausländisches und internationales Privatrecht unterstĂĽtzt die Forschung zum Recht von Familiengesellschaften. Dies ist besonders spannend, denn 91 Prozent aller Gesellschaften in Deutschland sind Familienunternehmen. Immer mehr von ihnen ergänzen ihr gesellschaftsrechtliches GrundgerĂĽst durch eine so genannte Familienverfassung. In ihr legen die Unternehmerfamilien den gemeinsamen Wertekanon und ihre unternehmensbezogenen Zielvorstellungen fest.
  • Eines der ältesten Max-Planck-Institute, das MPI fĂĽr Kunstgeschichte in Rom, stammt aus einem Vermächtnis von Henriette Hertz an die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft kurz vor ihrem Tod 1913. Nach ĂĽber einem Jahrhundert ist die Bibliotheca Hertziana eines der weltweit fĂĽhrenden kunsthistorischen Forschungsinstitute. Dieser Erfolg schafft – wie bereits im Fall des Florentiner Kunsthistorischen Instituts – neue Herausforderungen, denn die Bibliotheca Hertziana braucht zusätzliche Räume fĂĽr neue wissenschaftliche Aufgaben. Private Förderer der MPF unterstĂĽtzen diese Erweiterung. Geeignete Räume wurden bereits gefunden. Bis zur inhaltlichen Nutzung dieser Räume ist es jedoch noch ein weiter Weg. DafĂĽr suchen wir noch engagierte UnterstĂĽtzer fĂĽr die kommenden Jahre. Haben Sie Ideen? Wir freuen uns auf Ihre Hilfe!

Auch neu im vergangenen Jahr: der Hermann Neuhaus-Preis . Zum Gedenken an Hermann Neuhaus (1931-2007), unseren großzügigsten Unterstützer, verleihen die Max-Planck-Förderstiftung und die Hermann-Neuhaus-Stiftung ab jetzt jährlich den Hermann-Neuhaus-Preis an Post-Doktoranden der MPG für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der anwendungsnahen Forschung. So kann – gemäß dem Testament des Stifters – das Anwendungspotenzial der prämierten Forschung weiterentwickelt werden.

Und auch schon bestehende Förderungen können mit Ihrer Hilfe weiterhin finanziert werden, u.a. die Forschung an sich schnell teilenden Zellen in Haut und Haar, zu neuartigen hochauflösenden Mikroskopie-Verfahren, zur Entwicklung von neuen Krebsmedikamenten, zum besseren Verständnis von Parkinson, und Projekte z.B. zur Integration von Flüchtlingen und zur Verbesserung von Vereinbarkeit von Forschung und Familie.

VIELEN DANK fĂĽr Ihre UnterstĂĽtzung, Ihr Vertrauen und Ihr Interesse im vergangenen Jahr– auch 2019 brauchen wir SIE, um gemeinsam mit Ihnen auch weiterhin schnell und flexibel dort helfen zu können, wo – und solange – öffentliche Mittel fehlen.

Wir wĂĽnschen Ihnen ein gutes, gesundes und glĂĽckliches neues Jahr!

Bild: © Max-Planck-Förderstiftung

Aus der Max-Planck-Gesellschaft: 10 Jahre LDC – Wirkstoffe fĂĽr die Krebsmedizin

Als die Max-Planck-Gesellschaft 2008 ein Zentrum zur Entwicklung neuer medizinischer Wirkstoffe namens Lead Discovery Centers (LDC) ins Leben rief, glaubten nur wenige an einen Erfolg. Im zehnten Jahr nach seiner Gründung suchen Forscher am LDC in rund 20 Projekten nach neuen medizinisch einsetzbaren Substanzen. Einer der Wirkstoffe, die am LDC entwickelt wurden, wird bereits in klinischen Studien am Menschen getestet, ein weiterer steht kurz davor. Neben akademischen und öffentlichen Partnern wie der Max-Planck- oder Helmholtz-Gesellschaft sowie dem Land Nordrhein-Westfalen beteiligen sich auch Pharma- und Biotech-Unternehmen an der Wirkstoffentwicklung am LDC als Lizenznehmer oder Kooperationspartner, darunter Bayer, Boehringer Ingelheim, Grünenthal und Merck.

Eine Substanz, die bereits mehrere Hürden auf dem Weg zum Medikament überwunden hat, ist Atuveciclib. Die Entwicklung des Wirkstoffs wurde von der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt. Das LDC hat Atuveciclib an Bayer lizensiert, das ihn derzeit in einer klinischen Phase-1b-Studie testet.

10 Jahre LDC – Wirkstoffe fĂĽr die Krebsmedizin

Bild: © LDC

Auszeichnung: Leibniz-Preise fĂĽr drei Max-Planck-Wissenschaftlerinnen

Melina Schuh, Ayelet Shachar und Brenda Schulman werden mit dem wichtigsten deutschen Forschungsförderpreis, dem Leibniz-Preis 2019, geehrt. Sie bekommen die Auszeichnung, die mit bis zu 2,5 Millionen Euro dotiert ist, am 13. März 2019 in Berlin verliehen.

Melina Schuh (Direktorin am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen) wird für ihre grundlegenden Arbeiten zur Fortpflanzungsbiologie ausgezeichnet. Die multidisziplinären Arbeiten von Ayelet Shachar (Direktorin am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen) zu Staatsbürgerschaft und rechtlichen Rahmenbedingungen in multikulturellen Gesellschaften haben sie zu einer der führenden Expertinnen auf diesem Gebiet werden lassen, als die sie nun den Leibniz-Preis 2019 erhält. Der Leibniz-Preis für Brenda Schulman (Direktorin am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried) zeichnet deren biochemische und strukturbiologische Arbeiten zu den molekularen Mechanismen des Ubiquitin-Systems aus.

Die Forschungsarbeit von Ayelet Shachar und Brenda Schulman wird von der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt.

Leibniz-Preise fĂĽr drei Max-Planck-Wissenschaftlerinnen

Bild: © MPG

Aus der Max-Planck-Forschung: Vier neue Quellen von Gravitationswellen

Der Wissenschaftler Karsten Danzmann und seine Kollegen haben früher aufgezeichnete Daten der Gravitationswellendetektoren LIGO und Virgo genauer durchforstet und dabei vier neue Signale aufgespürt. Sie stammen alle aus der Verschmelzung von Paaren schwarzer Löcher. Auch dieses Mal haben die Forschenden am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam und Hannover entscheidende Beiträge in Schlüsselbereichen zu den Beobachtungen und ihrer Interpretation geleistet.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützte die Forschungsarbeit von Karsten Danzmann am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover.

Vier neue Quellen von Gravitationswellen

Bild: ©  S. Ossokine, A. Buonanno (Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik), Simulating eXtreme Spacetimes Projekt, W. Benger (Airborne Hydro Mapping GmbH)

Aus der Max-Planck-Gesellschaft: Geduld zahlt sich aus

„Weiter, immer weiter!“ hieß die Devise des Nationaltorwarts Oliver Kahn. Matthias Sutter vom Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn hat das, was Erfolg ausmacht, nun wissenschaftlich untersucht und Erfolgsbedingungen definiert, die von Kahns Motto gar nicht so weit entfernt sind. Welche Eigenschaften jemand mitbringen muss und wie man sie am besten lernt, erfahren Sie in diesem Interview und ausführlich in Martin Sutters Buch „Die Entdeckung der Geduld“.

Die Forschungsarbeit von Matthias Sutter am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn wird von der Max-Planck-Förderstiftung unterstützt.

Bild: ©  Lisa Beller

Aus der Max-Planck-Forschung: Schimpansen erkennen Artgenossen am Geruch

Primaten, uns Menschen eingeschlossen, verlassen sich normalerweise auf ihre Augen, weil sie über einen vergleichsweise schlechten Geruchssinn verfügen. Freilebende Schimpansen riechen auf ihren territorialen Streifzügen jedoch auch am Boden und an der Vegetation. Trotzdem ist der Geruchssinn bei Menschenaffen bisher kaum erforscht. Ein internationales Forschungsteam der Universität Leipzig, des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und der Durham University in Großbritannien hat nun in Verhaltensstudien im Zoo Leipzig herausgefunden, dass Schimpansen hauptsächlich ihren Geruchssinn nutzen, um neue Dinge zu erkunden. Auch Gruppenmitglieder und Verwandte erkennen sie am Geruch.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstützt das MPI für evolutionäre Anthropologie beim Aufbau eines neuen Feldforschungscamps zur Erforschung von freilebenden Bonobos.

Schimpansen erkennen Artgenossen am Geruch

Bild: ©  Stefanie Henkel