Aus der Max-Planck-Gesellschaft: Auf die GrĂ¶ĂŸe kommt es an

Alle Zellen im Körper haben die grundlegende FĂ€higkeit, sich vor Infektionen zu schĂŒtzen. Wie dieses als angeborene Immunantwort bezeichnete PhĂ€nomen genau funktioniert, ist allerdings noch nicht gut verstanden. KĂŒrzlich fanden Adam Antebi und seine Kollegen vom Max-Planck-Institut fĂŒr Biologie des Alterns und Wissenschaftler der UniversitĂ€t zu Köln heraus, dass die GrĂ¶ĂŸe des Nukleolus – eine kleine Organelle im Zellkern, der physiologische Prozesse wie Wachstum und Stressreaktionen reguliert – eine wichtige Rolle beim Schutz der Zellen vor Infektionen spielt.

Adam Antebi spekuliert, dass eine möglicherweise reduzierte NukleolusgrĂ¶ĂŸe das Leben durch die ausgewogene Kontrolle der angeborenen Immunantwort verlĂ€ngern kann. Die aktuellen Ergebnisse weisen neue Wege, um die natĂŒrliche Abwehrreaktion der Zellen zu stimulieren und die Gesundheit zu fördern.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstĂŒtzte die Forschungsarbeit von Adam Antebi und seinen Kollegen Nils-Göran Larsson und Linda Partridge seit 2007 am Max-Planck-Institut fĂŒr Biologie des Alterns.

Auf die GrĂ¶ĂŸe kommt es an

Bild: © Max-Planck-Institut fĂŒr Biologie des Alterns

Aus der Max-Planck-Gesellschaft: Sternrotation mit neuem Dreh

Wie unsere Sonne sind Sterne rotierende Kugeln aus heißem Gas. Ihre Drehung unterscheidet sich deshalb von der eines festen Körpers: Regionen verschiedener Breite rotieren mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Wissenschaftler der New York University und des Max-Planck-Instituts fĂŒr Sonnensystemforschung in Göttingen haben nun die Rotationsmuster einer Gruppe von sonnenĂ€hnlichen Sternen bestimmt.

Im Jahr 2026 wird die EuropĂ€ische Weltraumorganisation (ESA) die Exoplaneten-Mission PLATO starten, die zehntausende helle, sonnenĂ€hnliche Sterne mithilfe prĂ€ziser Asteroseismologie charakterisieren soll. Statistische Auswertungen dieser großen Sternenmenge werden der SchlĂŒssel sein, um die Physik der Sterne und ihre Entwicklung zu studieren.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstĂŒtzte in Göttingen u.a. ein Projekt zur Erforschung des Magnetfeldes in der SonnenatmosphĂ€re durch ein ballongetragenes Sonnenobservatorium.

Sternrotation mit neuem Dreh

Bild: © MPS / MarkGarlick.com

Aus der Max-Planck-Gesellschaft: Impressionen vom Max-Planck-Tag

Am Max-Planck-Tag, den 14. September, haben (wie in unserem letzten Newsletter angekĂŒndigt) in 32 StĂ€dten in Deutschland vielfĂ€ltige Aktionen stattgefunden. Alle Besucherinnen und Besucher hatten die Gelegenheit, Forschung bei Max-Planck live zu erleben – und mit den Menschen, die hinter dieser Forschung stehen, ĂŒber aktuelle Fragen zu diskutieren.

In MĂŒnchens Innenstadt waren mehr als 20 Max-Planck-Institute aus Deutschland sowie aus Florida, Florenz und Nijmegen beim ganztĂ€gigen Wissenschaftsmarkt mit 20 Pavillons auf dem Marstallplatz und im Max-Planck-Haus dabei. Zum Angebot fĂŒr die ganze Familie gehörten Ausstellungen, Filme sowie ein BĂŒhnenprogramm mit Science Slams, KurzvortrĂ€gen, Musik und VideoĂŒbertragungen von Max-Planck-Tag-Events in anderen StĂ€dten.

Unter www.mpg.de/12251976/max-planck-tag-2018 finden Sie zahlreiche Impressionen zum bundesweiten Max-Planck-Tag.

Bild: © Axel Griesch

Aus der Max-Planck-Gesellschaft: Mutter Neandertalerin, Vater Denisovaner!

Bis vor etwa 40.000 Jahren lebten wenigstens zwei Homininen-Gruppen in Eurasien – Neandertaler im Westen und Denisovaner im Osten. Forscher am Max-Planck-Institut fĂŒr evolutionĂ€re Anthropologie in Leipzig um Direktor Svante PÀÀbo haben nun das Genom eines Individuums aus Sibirien sequenziert und entdeckt, dass die Mutter dieser vorgeschichtlichen Frau eine Neandertalerin und ihr Vater ein Denisovaner gewesen ist.

Svante PÀÀbo gilt als BegrĂŒnder des Fachgebiets PalĂ€ogenetik. Ihm und seinem Team gelang es als ersten das Neandertaler-Genom zu entschlĂŒsseln. Die Schwierigkeit dabei: Die Knochen von Neandertalern sind nach Jahrtausenden im Boden von Bakterien und Pilzen derart stark besiedelt, dass bis zu 99,9 Prozent der darin gefundenen DNA von Mikroben stammt. Zudem liegen die geringen Mengen verbliebener Neandertaler-DNA nur in kurzen BruchstĂŒcken vor, die wie ein gigantisches Puzzle zusammengesetzt werden mĂŒssen. Viele Wissenschaftler glaubten, diese Aufgabe sei unlösbar.

Mit diesen und anderen Arbeiten hat er das VerstĂ€ndnis der Evolutionsgeschichte der modernen Menschen revolutioniert. DafĂŒr wird er am Freitag, den 7. September mit dem Körber-Preis der EuropĂ€ischen Wissenschaft, einem der weltweit höchstdotierten Forschungspreise, ausgezeichnet.

Ein anderes Projekt zur Erforschung der Entwicklung von Mensch und Tier in Asien wurde von der Max-Planck-Förderstiftung unterstĂŒtzt.

Mutter Neandertalerin

Bild: © T. Higham, University of Oxford

 

 

 

Aus der Max-Planck-Gesellschaft: Dem LebensgefĂŒhl einen Raum geben

Das Alte erforschen, um das Neue zu entwickeln – welcher Ort eignet sich dafĂŒr besser als Florenz? Am Kunsthistorischen Institut Florenz lĂ€dt die Forschungsgruppe „Ethik und Architektur“ um Brigitte Sölch und Hana GrĂŒndler zum Disput ĂŒber Geschichte und Theorie der Architektur und ĂŒber ihre Lehren fĂŒr Gegenwart und Zukunft des Bauens.

Die Wechselwirkung von Architektur und Ethik ist das Thema der Forscherinnen und Forscher des Projekts: Wie drĂŒckt sich ein Denken in Stadtbild und GebĂ€uden aus? Welche Maße und Proportionen ergeben sich aus ethi­schen GrundsĂ€tzen? Und welches VerstĂ€ndnis von Vernunft und Verantwortung, von Gemeinschaft, BĂŒrgerschaft und Demokratie wiederum erwĂ€chst aus der Ordnung einer Stadt, ihrer Offenheit und Struktur, ihren GrĂŒnanlagen und öffentlichen PlĂ€tzen, ihren Vereinbarungen zu Traufhöhe, StraßenfĂŒhrung und Gehwegbreite?

Dazu stöbern GrĂŒndler und Sölch in den Archiven der Geschichte und fĂŒhren selbst einen stets spannungsreichen Dialog zwischen ihren FĂ€chern Kunstgeschichte und Philosophie mit gelegentlichen AusflĂŒgen in die Psychologie, die Soziologie und die Politik. Überdies laden sie GĂ€ste ein und organisieren Symposien, um ĂŒber die Metaphern der Architektur zu sprechen, die Ă€sthetische Erziehung des Menschen durch seine gebaute Umgebung, ĂŒber die Idee des Himmels in der spĂ€tgotischen Baukunst und die der virtuellen Wolke in einer neue RĂ€ume erobernden Gegenwart.

Die Max-Planck-Förderstiftung unterstĂŒtzt die Erweiterung des Kunsthistorischen Instituts und seiner Bibliothek.

LebensgefĂŒhl Raum geben

Bild: © Shutterstock

 

 

 

Aus der Max-Planck-Gesellschaft: bundesweiter Max-Planck-Tag am 14.9.

Der Physiker Max Planck stellte Fragen, die die Welt in Bewegung brachten. Sein wissenschaftliches Erbe, die Quantenphysik, hat die Physik verĂ€ndert, viele neue Fragen aufgeworfen und modernste Technologien ermöglicht. 2018 jĂ€hrt sich der Geburtstag von Max Planck zum 160. Mal, vor genau 100 Jahren erhielt er den Nobelpreis fĂŒr Physik. Und vor 70 Jahren wurde die Max-Planck-Gesellschaft gegrĂŒndet.

In den mehr als 80 Max-Planck-Instituten forschen heute Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen an den Grenzen unseres derzeitigen Wissens. Denn, wie schon Max Planck sagte: „Dem Anwenden muss das Erkennen vorausgehen“.

Diese Suche nach Erkenntnis und die Freude am Erkenntnisgewinn feiert die Max-Planck-Gesellschaft und lĂ€dt unter der Überschrift „Wonach suchst Du?“ alle ein mitzumachen. Stellen Sie Ihre eigenen Fragen, begleiten Sie MrWissen2Go und Doktor Whatson auf Youtube an verschiedene Institute und erleben Sie am Freitag, den 14.9. Forschung live an 32 Standorten in ganz Deutschland.

Max-Planck-Tag

Bild: © MPG

Aus der Max-Planck-Förderstiftung: MPF-Stiftungsrat erstmals von Förderern gewÀhlt

Erstmals wÀhlten dieses Jahr Förderer der MPF neue Mitglieder in den Stiftungsrat.

Der Stiftungsrat bestellt und ĂŒberwacht den Vorstand wie ein Aufsichtsrat. Eine SatzungsĂ€nderung Anfang des Jahres hat diese zentrale Aufgabe in die HĂ€nde der Förderer gelegt. Vorschlagsberechtigt fĂŒr die Wahl sind Stiftungsratsmitglieder und wahlberechtigte Förderer. DarĂŒber hinaus werden zwei Mitglieder von der Max-Planck-Gesellschaft benannt. Derzeit sind dies PrĂ€sident Martin Stratmann und Vize-PrĂ€sidentin Angela Friederici.

Unsere Förderer wĂ€hlten am 16.7.2018 sechs Mitglieder. Neben Stefan von Holtzbrinck, der bereits seit StiftungsgrĂŒndung Vorsitzender des Stiftungsrats ist, kommen fĂŒnf neue Mitglieder hinzu: Andrea von Drygalski, Horst Goss, RĂŒdiger Hey, Wulf von Schimmelmann und May Shana’a.

Vielen Dank allen Förderern, die an der Wahl teilgenommen haben, und vielen Dank den neuen Stiftungsratsmitgliedern fĂŒr ihr Interesse und Engagement. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.

Bild: © MPG

Aus der Max-Planck-Gesellschaft: Silibinin zur Behandlung von Morbus Cushing

Morbus Cushing ist eine seltene hormonelle Erkrankung, die durch einen Tumor in der HirnanhangsdrĂŒse verursacht wird. Die LebensqualitĂ€t von Patienten, die unter der Krankheit leiden, ist stark beeintrĂ€chtigt und die bislang einzigen erfolgreichen Behandlungsmethoden bestehen in der operativen Entfernung der HirnanhangsdrĂŒse oder in der Einnahme von Medikamenten mit starken Nebenwirkungen.

Das pharmazeutische Unternehmen Istituto Biochimico Italiano Giovanni Lorenzini (IBI) hat von Max-Planck-Innovation eine Lizenz fĂŒr die Verwendung von Silibinin zur Behandlung von Morbus Cushing erhalten. Basierend auf Forschungsergebnissen des Max-Planck-Instituts fĂŒr Psychiatrie in MĂŒnchen will IBI nun eine nicht-invasive Behandlungsstrategie entwickeln. IBI plant eine prĂ€klinische Studie und reicht einen „Orphan Drug“-Zulassungsantrag fĂŒr seltene Erkrankungen ein.

Private MPF-Förderer unterstĂŒtzen die Forschung am MPI fĂŒr Psychiatrie seit Jahren – von der personalisierten Behandlung von Depressionen bis hin zur Stressforschung und der Neurologie zusammen mit dem Weizman-Institut.

Silibinin zur Behandlung von Morbus Cushing

Bild: © jorba1019/123RF

Aus der Max-Planck-Gesellschaft: Podcast „Ursprung des Lebens“

Jede Woche blickt der digitale Radiosender detektor.fm auf neue Entwicklungen und Ergebnisse in der deutschen Forschungslandschaft. Alle BeitrĂ€ge, die durch die Max-Planck-Gesellschaft möglich gemacht werden, können online oder ĂŒber die Max-Planck-App angehört werden. Im Juli erschien der Podcast „Ursprung des Lebens“. Dieser entfĂŒhrt Sie zu den UrsprĂŒngen des Lebens, die weitgehend im Dunklen liegen. So vermuten manche Wissenschaftler, dass die Bausteine fĂŒr Organismen buchstĂ€blich vom Himmel gefallen sind. Welche Rolle die RNA-MolekĂŒle bei der Entstehung des Lebens gespielt haben, steht bei anderen Forschern ebenso im Fokus wie das Problem der ersten Zellen.

Podcast „Ursprung des Lebens“

Bild: © MPG/Collage nach Vorlagen von istockphoto und shutterstock