Geförderte Forscher und Projekte: Wer geht noch vor den Traualtar?

Bis in die 1960er Jahre herrschte in fast ganz Europa das „goldene Zeitalter der Ehe“: Wer eine Familie gründen wollte, ging vorher selbstverständlich zum Standesamt. Wie oft das heute noch vorkommt, hängt laut einer Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung vom Land, vom sozialen Status und von der ökonomischen Selbständigkeit der Frau ab. Viele Paare heiraten heute erst nach der Geburt gemeinsamer Kinder oder verzichten ganz auf die Ehe. Warum die Ehe bei der Familiengründung anscheinend immer unwichtiger wird und welche Faktoren diesen Prozess steuern, untersuchten Forscher am Max-Planck-Institut für demografische Forschung in einer repräsentativen Studie.

Ebenfalls am Max-Planck-Institut für demografische Forschung unterstützt die MPF ein Projekt von James Vaupel zur Geschwindigkeit des Alterungsprozesses.

Wer geht noch vor den Traualtar?

Bild: © daarta / photocase.com

Geförderte Forscher und Projekte: Protein-Atlas für ein längeres Leben

Im Alter lassen viele Prozesse in den Zellen nach, und das Risiko, an altersbedingten Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Diabetes zu erkranken, steigt dramatisch. Aber wirkt sich das Altern auf alle Organe und Gewebe gleichermaßen aus? Besitzen Medikamente, die die Gesundheit im Alter verbessern, die gleiche Wirkung auf verschiedene Organe? Jetzt haben Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns um Direktorin Linda Partridge gezeigt, dass verschiedene Gewebe von Fruchtfliegen sehr unterschiedlich auf eine reduzierte Aktivität des Insulin-Signalweges reagieren. Dies erhöht die Lebensdauer vieler Tiere wie Fliegen oder Mäuse und wahrscheinlich auch die des Menschen. Die unterschiedlichen Reaktionen der verschiedenen Zelltypen reichen bereits für eine Verlängerung der Lebenserwartung aus.

Die Forschung von Linda Partridge am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns wird von der Max Planck Förderstiftung unterstützt.

Protein-Atlas für ein längeres Leben

Bild: © Max Planck Förderstiftung

Geförderte Forscher und Projekte: Forscher entschlüsseln neues Neandertaler-Genom

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben das Erbgut eines Neandertalers in hoher Qualität entschlüsselt, das 1980 in der Vindija-Höhle in Kroatien entdeckt worden war. Nach dem Erbgut eines Neandertalers aus dem Altai-Gebirge in Sibirien, das die Forscher 2014 entschlüsselt hatten, ist dies das zweite in dieser Qualität analysierte Neandertaler-Genom. Im Vergleich zum Neandertaler aus Sibirien ist das Individuum aus Kroatien näher mit den Neandertalern verwandt, die sich mit den Vorfahren jetzt lebender Menschen vermischten. Dank des nun entschlüsselten Genoms können die Forscher mehr Neandertaler-DNA im Erbgut heutiger Menschen identifizieren.

Ein weiteres Projekt am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie unter Leitung von Svante Pääbo zur Erforschung der Entwicklung von Mensch und Tier speziell in Asien wird auch von der Max Planck Förderstiftung unterstützt.

Forscher entschlüsseln neues Neandertaler-Genom

Bild: © MPI f. evolutionäre Anthropologie/ J. Krause

 

Veranstaltungstipps: Max-Planck-Foren in Berlin, Halle und Münster

Gut für alle? Die Rentenreformen auf dem Prüfstand

Der demografische Wandel bleibt eine Herausforderung für das deutsche Sozialsystem und die Sicherung der Renten. Haben die Reformen der vergangenen Jahre die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt oder produzieren sie neue soziale Verlierer?

Datum: 13.11.2017

Uhrzeit: 18:00 – 19:30

Ort: Auditorium Friedrichstraße im Quartier 110, Friedrichstr. 180, 10117 Berlin-Mitte

Kontakt: mpgberlin@gv.mpg.de

 

Wohin? Was passiert, wenn Menschen ihre Lebensgrundlage verlieren.

Durch konkurrierende Formen der Landnutzung wie großflächige, marktorientierte Landwirtschaft oder Tagebau, durch militärische Gewalt, durch staatliche oder nichtstaatliche Akteure, darunter auch Terroristen, die sich als Staat gebärden, werden Menschen gezwungen, ihre bisherigen Lebensgrundlagen aufzugeben und sich auf Wanderschaft mit ungewissem Ziel und ungewissem Ausgang zu begeben.

Datum: 14.11.2017

Uhrzeit: 19:00 – 21:00

Ort: Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Advokatenweg 36, 06114 Halle/Saale

Kontakt: forum@gv.mpg.de

 

Gewebe: Entstehung und Heilung. Was wir aus Tierversuchen lernen

Wie entstehen Gewebe? Woher „weiß“ der Körper, wann und an welcher Stelle Adern, Nerven oder Muskeln gebildet werden sollen? Wodurch entstehen Krankheiten? Und wie regeneriert oder heilt sich der Körper? Dies sind einige der Fragen, die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin mit ihrer Forschung beantworten möchten

Datum: 23.11.2017

Uhrzeit: 19:00 – 21:00

Ort: Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin, Röntgenstr. 20, 48149 Münster

Kontakt: forum@gv.mpg.de

 

Veranstaltungstipps

Bild: © Max-Planck-Gesellschaft e.V.

Dank an Förderer: Jährlicher Tag mit Wissenschaft

Wie jedes Jahr lud die Max-Planck-Gesellschaft ihre Großspender zum Tag mit Wissenschaft auf Schloss Ringberg am Tegernsee. Auch dieses Mal zählten Förderer der Max Planck Förderstiftung zu den geladenen Gästen, die bei dem hochkarätigen Event einen exklusiven Einblick in die Entwicklung der MPG und ihre Forschungsgebiete erhielten. So informierte der Präsident der MPG, Martin Stratmann, über übergeordnete Programme wie die Einrichtung der neuen Max Planck Schools oder das gerade anlaufende Dioscuri-Programm zur Stärkung der exzellenten Wissenschaft in Osteuropa. Darüber hinaus berichteten drei MPI-Direktoren von ihren aktuellen Forschungsschwerpunkten. Tanja Weil vom MPI für Polymerforschung beschäftigt sich mit „polymeren Funktionsmaterialien für die Therapie und Diagnostik schwerer Erkrankungen“, Tobias Bonhoeffer vom MPI für Neurobiologie sprach zum Thema „wie wir lernen – neue Einblicke ins Gehirn“, und abschließend berichtete Joachim Spatz vom MPI für medizinische Forschung über sein Forschungsthema „Verständnis und Konstruktion von Leben – ein biophysikalisch-chemisches Konzept“.

Bild: © Axel Griesch

Geförderte Forscher und Projekte: Bildgeschichte des Meeres am Kunsthistorischen Institut in Florenz

Von jeher fasziniert das Meer: als reiche Nahrungsquelle, als Bedrohung für Küstenbewohner, aber auch als Projektionsfläche für Hoffnungen und Ängste derer, die sich mit Schiffen ins Ungewisse wagten. Meere und Ozeane spielen eine entscheidende Rolle für politische Konstellationen, für die Bildung von Herrschaftsräumen und für kulturellen Austausch. Als Wirtschaftsraum sind sie von großer Bedeutung für die Entwicklung der Gesellschaften, und seit rund 200 Jahren finden Erholungssuchende am Strand Abstand vom Alltag. Viele Künstler haben das Meer mit seinen Wellen und seinem Licht, seiner Ausdehnung und Tiefe, seinen Bewohnern, Schiffen oder Schiffbrüchen in Bilder gefasst. Am Kunsthistorischen Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Florenz beschäftigen sich Hannah Baader und Gerhard Wolf mit der globalen Bildgeschichte des Meeres. Eine Auswahl an Bildern gibt Einblick in ihre Erkenntnisse.

Die Max Planck Förderstiftung unterstützt die Erweiterung des Instituts und seiner Bibliothek.

Bildgeschichte der Meere am Kunsthistorischen Institut in Florenz

Bild: © Cantino planisphere, Biblioteca Estense, Modena

Geförderte Forscher und Projekte: Nucleolus erlaubt Vorhersage der Lebenserwartung

Kann man einer Zelle ansehen, wie alt sie ist? Und ist es möglich, die Lebenszeit eines Tieres vorherzusehen? Ein Forscherteam um Prof. Dr. Adam Antebi vom Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Köln haben eine bahnbrechende Entdeckung gemacht, mit denen sie Vorhersagen über die Gesundheit und die Lebensdauer eines Organismus treffen können: bei Untersuchungen an besonders langlebigen Rundwürmern konnte erstmalig eine Verbindung zwischen der Größe derer Nukleolus und ihrer Lebenserwartung bemerkt werden. Diese kleine Struktur direkt im Zentrum jeder Körperzelle ermöglichte es den Zellbiologen vorherzusagen, wie lange ein Wurm leben wird. Der Nukleolus könnte somit auch beim Menschen als Biomarker für den Alterungsprozess dienen.

Das Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns wird von privaten Förderern der Max-Planck-Förderstiftung auf vielfältige Weise unterstützt: Sie machten es möglich, dass neben Professor Antebi auch die beiden andern Gründungsdirektoren an das Kölner Institut berufen werden konnten. Darüber hinaus wird die dortige Forschungsgruppenleiterin Sara Wickström seit Jahren bei ihrer Forschung an sich schnell teilenden Zellen in Haut und Haar gefördert.

Nucleolus erlaubt Vorhersage der Lebenserwartung

© MPI f. Biologie des Alterns/ V. Tiku

Aus der Max Planck Gesellschaft: Exzellenz neu bündeln – Start für erste Max Planck Schools

Deutschland erhält eine neue Marke für eine Graduiertenausbildung mit internationaler Strahlkraft: 2018 starten zunächst drei ausgewählte Max Planck Schools in eine fünfjährige Pilotphase. Jede School bündelt die deutschlandweit verteilte Exzellenz zu einem innovativen Forschungsfeld. Diese intelligente Vernetzung soll der deutschen Wissenschaft international noch mehr Sichtbarkeit im internationalen Wettbewerb verschaffen, um so herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus aller Welt anzuziehen.

Max Planck Schools

Bild: © BMBF/Hans-Joachim Rickel

Veranstaltungstipp: Aus den Tiefen des Ozeans zu einer Quelle für die Wissenschaft

Die Ozeane bedecken etwa zwei Drittel der Erdoberfläche. Entsprechend groß ist die Bandbreite der Forschungsfelder, vieles gilt noch als unentdeckt. Im Rahmen des Max Planck Forums zeigen zwei Max-Planck-Wissenschaftler mit ihren jeweiligen Forschungen ganz unterschiedliche Aspekte der Meeresforschung.

Datum: 19.10.2017
Uhrzeit: 19:00 – 21:00
Ort: Max-Planck-Haus am Hofgarten, Hofgartenstr. 8, 80539 München
Vortragender: Prof. Dr. Nicole Dubilier (Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie) und Prof. Dr. Peter Fratzl (Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung)
Der Eintritt ist frei.

Anmeldung erbeten unter: forum@gv.mpg.de

Aus den Tiefen des Ozeans zu einer Quelle für die Wissenschaft